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Sogar die Kirche will Zypern retten

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Sogar die Kirche will Zypern retten

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Nach dem Scheitern des EU-Rettungsplans im Parlament sucht Zypern emsig nach einem Plan B und hofft auf Rettung aus Russland. Ein Krisengespräch löste das andere ab: Präsident Nikos Anastasiades beriet sich mit den Vorsitzenden aller Parteien, mit dem Chef der Zentralbank und mit dem zyprischen Erzbischof. Später traf er Vertreter der Troika. Derweil verhandelte der Finanzminister in Moskau über eine mögliche Geldspritze.

Das Parlament hatte am Dienstag den Rettungsplan der EU abgelehnt, weil es die Sparer nicht mit einer Zwangsabgabe auf ihre Guthaben belasten wollte. Angesichts der Zeit, die drängt, will sogar die Kirche dem pleitebedrohten Staat aus der Patsche helfen. Erzbischof Chrysostomos II. erklärte: “Das gesamte Vermögen der Kirche steht dem Land zur Verfügung, um das Volk von Zypern zu unterstützen, damit das Bankensystem nicht zusammenbricht, und damit wir auf unseren eigenen Füßen stehen können und nicht auf denen von Ausländern.”

Wie viel Geld das wäre, wollte er nicht bekanntgeben.

Die Zyprer stellten sich derweil die bange Frage, ob die Banken an diesem Donnerstag wieder öffnen. An den Geldautomaten können sie begrenzt Geld abheben. Aus Angst vor einem Kundensturm erwog die Regierung im Fall der Öffnung der Schalter Beschränkungen – und ebenso bei Auslandsüberweisungen.