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Ukraine: Jetzt muss Zypern schnell reagieren

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Ukraine: Jetzt muss Zypern schnell reagieren

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Russland hat ein vitales Interesse an den krisengeschüttelten Banken des EU- und Eurolandes Zypern. In der Ukraine schätzen Analysten, dass auch aus der ehemaligen Sowjetrepublik bis zu 20 Milliarden Euro in die Republik Zypern ausgelagert wurden.

Ministerpräsident Mykola Asarow versuchte in einer Pressekonferenz, die Gemüter zu beruhigen:

“Wir können sagen, dass die Verluste für die Ukraine viel niedriger wären als für Russland. Deswegen hat Russland so stark reagiert. Für uns wird das alles nicht so gravierende Auswirkungen haben wie für das russische Kapital.”

Allerdings: Allein im vergangenen Jahr wurden drei Milliarden Euro aus Zypern in der Ukraine investiert – der Kleinstaat im Mittelmeer ist der größte Auslandsinvestor – wie übrigens auch in Russland.

Dmytro Boyarchuk, CASE Think-Tank (Ukraine):

“Wahrscheinlich werden sich die Oligarchen und Geschäftsleute Zeit lassen, um ihr Geld in andere Banken und andere Länder zu verlagern. Das könnte die Investitionen in der Ukraine beeinflussen.”

Soll heißen: Erst einmal dürften die Rückflüsse nachlassen. Bis sich das Heimatland womöglich am Ende der Turbulenzen als sicherer Hafen profilieren kann.

Jetzt sei erst einmal eine schnelle Reaktion Zyperns gefragt, so Ministerpräsident Mykola Asarow. “Die Entscheidungsträger sollten nicht zulassen, dass sich die Vertrauenskrise wie ein Dominoeffekt verbreitet.”

Mit dpa