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Hoffnung auf Frieden: PKK-Chef kündigt Waffenstillstand an

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Hoffnung auf Frieden: PKK-Chef kündigt Waffenstillstand an

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Abdullah Öcalan, der inhaftierte Chef der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, will heute eine einseitige Waffenruhe ausrufen. Beobachter sprechen von einem historischen Schritt. Nach fast drei Jahrzehnten bewaffneten Kampfes keimt Hoffnung auf. Im Gegenzug für einen endgültigen Gewaltverzicht der Rebellen verlangt Öcalan politische und kulturelle Rechte für die rund zwölf Millionen Kurden in der Türkei.

Ein Kurde in einem Café in Istanbul gibt sich optimistisch:“Wir sind wie Brüder. Wir sagen nicht: “Der da ist Kurde und der ist Türke.” Ich lebe seit Jahren in Istanbul und noch nie hat jemand zu mir gesagt “Du bist ein Kurde.” Hier gibt es kein Problem. Problematisch ist nur der Terrorismus, aus diesem Grund sind unsere Dörfer verlassen. Wenn endlich Frieden herrscht, werden wir alle glücklich sein.”

Laut örtlichen Medien fordert Öcalan vom türkischen Staat Garantien, dass PKK-Kämpfer bei ihrem Rückzug in den Norden Iraks nicht angegriffen werden. Der Journalistin Asli Aydintasbas zufolge sind beide Seiten zu einem Kompromiss bereit: “Niemand kann gewinnen. Das bedeutet nicht, dass du verlierst, sondern dass du nicht gewinnen kannst. Und das gilt für beide Seiten.”

Die Mehrheit der Kurden hört auf Öcalan, doch Experten zufolge könnten Splittergruppen, die den Kampf fortsetzen wollen, den Frieden gefährden. Im türkisch-kurdischen Konflikt wurden seit den 1980er Jahren mehr als 40.000 Menschen getötet.