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Zyperns neue Pläne zur Rettung des Landes

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Zyperns neue Pläne zur Rettung des Landes

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Eine neue Idee soll Zypern aus der Krise retten – nach dem grandios gescheiterten Plan einer Zwangsabgabe auf alle Bankkonten. Trotzdem müssen aber nach wie vor 5,8 Milliarden Euro her – quasi ein Eigenanteil, damit im Gegenzug die EU mit zehn Milliarden hilft.

Dazu kommen jetzt noch Bemühungen, durch einen Umbau eine der beiden großen Banken am Leben zu erhalten – die Laiki- oder Volksbank. Beschäftigte der Bank befürchten Schlimmes und gehen nun ebenfalls auf die Straße. “Heute ist es die Volksbank”, meint eine von ihnen, “morgen die anderen Banken – und wenn die Banken zusammenbrechen, dann ist auch ganz Zypern dran, alles bricht zusammen, davor haben wir Angst.”

Die Regierung will jetzt per Gesetz einen Fonds einrichten, in den zum Beispiel die Kirche oder die Rentenkasse einzahlen – das mit der Rentenkasse ist aber nicht
unumstritten. Dieser Fonds könnte dann Anleihen ausgeben, durch die das nötige Geld hereinkommen soll. Bisher ist aber unbekannt, wieviel sich die Regierung davon erwartet – 5,8 Milliarden sind ein ehrgeiziges Ziel.

Die Idee der Zwangsabgabe für alle Sparer war im Parlament komplett durchgefallen. Zu groß war die Empörung, dass selbst Kleinsparer für die Rettung der Banken und des Landes bluten sollten. Eine Abgabe ist auch jetzt noch möglich, dann aber nicht mehr für den Normalsparer, sondern höchstens noch für Reiche – im wesentlichen also für Konten über 100 000 Euro.

Die Banken im Land bleiben weiterhin zu, wie sie es schon die ganze Woche sind: Wenn sie aber wieder öffnen (nach derzeitigen Plänen am Dienstag), so ein weiterer Gesetzentwurf, will die Regierung bei Bedarf den Zahlungsverkehr einschränken, zum Beispiel bei Überweisungen ins Ausland. Das Parlament will über diese und weitere Gesetzentwürfe am Freitag beraten.