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Nach Gewaltexzess Ausnahmezustand in Myanmar verhängt

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Nach Gewaltexzess Ausnahmezustand in Myanmar verhängt

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Myanmars Präsident Thein Sein hat nach massiven Gewaltexzessen zwischen Muslimen und Buddhisten den Ausnahmezustand in Meikhtila und drei weiteren Orten verhängt. Auslöser der Gewaltwelle war ein Streit zwischen muslimischen Ladenbesitzern und buddhistischen Kunden. Polizeiangaben zufolge kamen bisher 20 Menschen bei den Unruhen ums Leben, viele weitere wurden verletzt. “Als ich aus meinem Wagen sprang, griffen die Leute mich an und attackierten mich mit Säbeln und Messern,” erzählt ein muslimischer Mann. Ein buddhistischer Mönch erklärt: “Das hier hätte nicht passieren müssen. Wenn die Polizei die Händlerin festgenommen hätte, wäre das nicht geschehen. Aber so wurde ein Mönch umgebracht und die Wut der Mönche und andere Leute ließ das Problem eskalieren. Tatsächlich erfassten die Unruhen bald ganze Straßenzüge. Mehrere Läden und mindesten fünf Moscheen wurden in Brand gesteckt. Tausende Muslime suchten in einem Stadion und einer Polizeistation Schutz.
Vergangenen Jahr waren Unruhen zwischen Buddhisten und Muslimen in der Rakhine-Region im Osten des Landes ausgebrochen, nachdem Medien berichteten, drei Muslime hätten eine Buddhistin vergewaltigt. Damals kamen 180 Menschen ums Leben und Tausende mussten ihre Häuser velassen.