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Werden nun Taten folgen?

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Werden nun Taten folgen?

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In der Türkei ist es zu ersten Reaktionen auf den Aufruf zu einem Waffenstillstand von PKK-Chef Öcalan gekommen.

Der seit 14 Jahren inhaftierte PKK-Anführer hatte zuvor an seine Kämpfer appeliert, die Waffen ruhen zu lassen und sich zurück zu ziehen. Er forderte politische Verhandlungen. Sein Vorstoß könnte ein neues Kapitel aufschlagen. In Istanbul, wo man das Newruzfest feierte, zeigte man sich jedoch weniger optimistisch. So erklärte diese Frau:
“Wir erwarten mehr, als nur einen Waffenstillstand. Der allein löst die Kurdenfrage nicht. Deshalb sollten die Kurden die volle Gleichberechtigung für ihr Volk fordern.”

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan begrüßte den Friedensaufruf als “sehr positiv”. Nun käme es darauf an, dass den Ankündigungen auch konkrete Taten folgten und die Waffen tatsächlich schwiegen, so Erdogan.

Öcalan sitzt seit 14 Jahren im Gefängnis und verhandelt dort seit Monaten mit Regierungsvertretern über eine Friedenslösung.

Die PKK hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Waffenruhen erklärt, die allesamt nicht
lange hielten, auch weil die türkische Seite diese nicht beachtete. In dem Konflikt sind schon mehr als 40 000 Menschen getötet worden.

Die PKK wird von der Türkei, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie kämpft seit Anfang der 1980er Jahre für Unabhängigkeit oder größere Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei. Kurdische Organisationen beklagen eine systematische
Diskriminierung ihrer Volksgruppe, die bis zu einem Fünftel der Bevölkerung stellt, durch den türkischen Staat.