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Musharraf hofft auf Comeback

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Musharraf hofft auf Comeback

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Pakistans ehemaliger Militärmachthaber Pervez Musharraf ist nach vier Jahren aus dem Exil zurückkehrt. Am 11. Mai will er bei der Parlamentswahl antreten. Ein Gericht in Karachi hatte einen gegen ihn bestehenden Haftbefehl vor wenigen Tagen gegen Zahlung einer Kaution ausgesetzt. Musharaf hatte sich 1999 an die Macht geputscht und war 2008 zurückgetreten, als ihm ein Amtsenthebungsverfahren bevorstand.

Nach tagelangem Ringen zwischen Regierung und Opposition der südasiatischen Atommacht ernannte die Wahlkommission am Sonntag einen Übergangs-Premierminister. Vier der fünf Mitglieder hätten für den früheren Richter Mir Hazar Khan Khoso gestimmt, sagte Kommissionschef Fakhruddin Ibrahim in Islamabad. Khoso war von der Volkspartei
PPP nominiert worden, die die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode am vergangenen Wochenende geführt hatte. Er soll nun freie und faire Wahlen vorbereiten.

Sollte die Parlamentswahl im Mai wie geplant stattfinden, wäre es der erste Übergang von einer demokratisch gewählten Regierung zur nächsten in der Geschichte Pakistans. Seit der Unabhängigkeit 1947 hat etwa die Hälfte der Zeit das Militär in Pakistan geherrscht.

Die beiden größten Parteien sind bislang die PPP und die Pakistanische Muslim-Liga (Nawaz/PML-N) von Ex-Premierminister Nawaz Sharif. Die Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI) der Kricket-Legende Imran Khan – die bei der Wahl 2008 nicht angetreten war – könnte das
bisherige Machtgefüge allerdings stören. Musharrafs APML spielt in Umfragen bislang keine nennenswerte Rolle.