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Putinkritiker Boris Beresowski ist tot

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Putinkritiker Boris Beresowski ist tot

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Der russische Oligarch und Kreml-Kritiker
Boris Beresowski ist tot. Der in London lebende 67-jährige Multimilliardär galt als erbitterter Gegner von Kremlchef Wladimir Putin.

Beresowskis Leiche war am Samstagmorgen im Badezimmer seines Hauses in der Nähe von London gefunden worden.

Die britische Polizei teilte mit, die Todesumstände seien bislang unklar. Das Areal um das Haus wurde weiträumig abgesperrt.

Beresowski, der dem damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin 1996 zur Wiederwahl verhalf, war 2000, im Jahr von Putins Machtantritt, ins Exil nach Großbritannien gegangen, wo ihm wenig später politisches Asyl eingeräumt wurde.

Seither hatte er aus dem Ausland die russische Opposition massiv finanziell unterstützt.

Im vergangenen Jahr hatte Beresowski in London einen spektakulären und äußerst kostenintensiven Prozess gegen seinen Landsmann, den Oligarchen Roman Abramowitsch, verloren. Beresowski hatte umgerechnet mehr als 3,5 Milliarden Euro gefordert, weil Abramowitsch ihn zum übereilten Verkauf von Öl-Aktien unter Preis überredet haben soll. Am Ende ging Beresowski leer aus und musste noch erhebliche Anwaltskosten in Höhe von 100 Millionen Pfund zahlen.

Britische Medien hatten zuletzt über schwere finanzielle Probleme Beresowskis berichtet.
Unter anderem soll er mehrere Werke aus
seiner großen Kunstsammlung zum Verkauf angeboten haben. Ein Werk von Andy Warhol, das Beresowskis Besitz zugerechnet wurde, war erst in der vergangenen Woche beim Auktionshaus Christie’s für 133 000 britische Pfund unter den Hammer gekommen.

Ein Familienmitglied sprach Berichten in russischen Medien zufolge von einem möglichen Selbstmord.