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Italien: Gauck und Napolitano erinnern an SS-Massaker

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Italien: Gauck und Napolitano erinnern an SS-Massaker

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Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und sein italienischer Amtskollege Giorgio Napolitano haben in dem toskanischen Dorf Sant’Anna die Stazzema der Opfer des Massakers gedacht, das die SS im Jahr 1944 hier angerichtet hatte. Eine solche Erinnerung, so Napolitano, sei das Fundament des gemeinsamen Europas, das man weiter aufbauen werde. Gauck rief dazu auf, die Versöhnung nach dem Krieg als Geschenk zu betrachten. Er ist das erste deutsche Staatsoberhaupt, das die Gedenkstätte besuchte.

Am 12. August 1944 hatten SS-Truppen das Alpendorf innerhalb weniger Stunden zerstört und mehr als 500 Menschen getötet, die meisten waren Frauen und Kinder. Zehn SS-Männer wurden später in Abwesenheit von italienischen Gerichten verurteilt, Deutschland hat sie jedoch nicht ausgeliefert. Laut der Stuttgarter Staatsanwaltschaft kann die Beteiligung der Beschuldigten nicht nachgewiesen werden. Der Opferverband von Sant’Anna hat Einspruch eingelegt.