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Kinder und Bildschirme: Nicht zu lange und nie allein!

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Kinder und Bildschirme: Nicht zu lange und nie allein!

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Früh übt sich, was ein digitaler Medienmeister werden will. Inzwischen quasi von Geburt an. Mattscheiben beherrschen den Alltag der Kids. Wie viel Bildschirm ist gut fürs Kind? Und ab welchem Alter? Diesen Fragen ist eine Studie der Pariser Akademie der Wissenschaften nachgegangen und kam zu folgendem Ergebnis: Der Umgang mit PC, Tablet und Videospiel kann bereits im jüngsten Alter fördern. Aber nur, wenn dies in Maßen und unter Aufsicht der Eltern geschieht.

So sieht es im Kopf eines Kindes aus, das am Bildschirm spielt: Der für automatisch ablaufende Bewegungsmuster zuständige hintere Teil des Gehirns wird aktiv, aber auch der vordere, der für Denkvorgänge verantwortlich ist. Der Forscher Olivier Houde fasst zusammen: “Die Schlüsselbotschaft lautet: Wenn man dem Kind beibringt, mit dem Bildschirm sinnvoll umzugehen, lernt es dabei, unterschiedliche Teile seines Gehirns einzusetzen.”

Nicht zu lange und nie allein lautet die goldene Regel. Um mit digitalen Medien umgehen zu können, um zwischen virtueller Welt und Wirklichkeit zu unterscheiden, brauchen Kinder die Hilfe ihrer Eltern. Nur so wird der Bildschirm zum Lernmittel, erklärt der französische Psychiater Serge Tisseron. “Unter diesen Bedingungen ist das Tablet ein Hilfsmittel, mit dem das Kind nicht nur entdeckt, was man alles mit dem Internet machen kann, sondern auch lernt, das, was es sieht, beim Namen zu nennen, zu verstehen und damit zu interagieren. All das macht das Kind nicht spontan. Das Tablet allein kann dem Kind nicht helfen.”

Aufgabe der Eltern ist, ihre Kinder vor der Saugwirkung digitaler Medien zu bewahren. Indem sie begleiten, regulieren und selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Sprich: Computer aus Zuhaus! Da bleibt mehr Zeit für das gemeinsame Spiel.