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"Porno para Ricardo" - Rock gegen Castro

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"Porno para Ricardo" - Rock gegen Castro

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“No me gusta la política”, “Ich steh nicht auf Politik”, so heißt einer der bekanntesten Songs der kubanischen Punkrock Band “Porno para Ricardo”, gegründet 1998 von Gorki Águila. Der ehemalige Drucker gilt heute als Symbolfigur für den Widerstand gegen das Castro-Regime.

Gorki Águila: “‘Porno para Ricardo’, das ist zunächst einmal eine Band, die Spaß haben will. Doch wer sich amüsieren will, muss dafür zahlen, einen ziemlich hohen Preis, angesichts der Situation, in der wir leben. Wir sind in Kuba unter Castro, verstehst Du? Ganz wichtig für ‘Porno para Ricardo’ ist, dass wir diese totalitäre Politik als politisch inkorrekt betrachten. Wir sind eine Musikgruppe, kein Regierungsverein.”

Die Band hat in Kuba Auftrittsverbot. Ihre Lieder und Clips zirkulieren dennoch im Internet und sorgen regelmäßig für Aufsehen, etwa mit dem Song “El Comandante” über Fidel Castro. Gorki Águila saß bereits zweimal in Haft und steht unter ständiger Überwachung. Die Ankündigung eines neuen Albums brachte ihn Anfang März erneut kurzfristig ins Gefängnis.

Gorki Águila: “Wir mussten Strategien entwickeln, damit die Band arbeiten und sich ausrücken kann. Eine dieser Strategien ist die Schaffung eines Raums, der uns gehört. Daran mangelt in Kuba, Orte, an denen man sich ausdrücken kann. Das haben sie ganz geschickt unter ihre Kontrolle gebracht. Und wir leisten Widerstand gegen diese ganzen bürokratischen Institutionen.”

Mit illegalen Konzerten und Underground Performances hält die Band den Kontakt zum Publikum. An diesem Abend treffen sich Künstler und Intellektuelle aus Havanna zu einer Ausstellungseröffnung in Gorkis Wohnung.
Dort ist auch das Studio untergebracht, in dem die Band ihre Songs einspielt und auf CDs brennt, die dann unter der Hand vertrieben werden. Auch andere Musiker benutzen das Studio, ein Schlupfloch im Netz der staatlich kontrollierten Kulturinstitutionen.

Gorki Águila: “Ich werde weder auf- noch nachgeben und nicht einen Millimeter von dem abweichen, das mir richtig erscheint. Um nichts in der Welt. Ich werde keiner dieser Institutionen beitreten, die unverschämterweise geschaffen wurden, um wahre Kreativität in Schach zu halten. Um der Kunst das Wichtigste zu nehmen, das sie hat, ihre grenzüberschreitende Kraft, ihre Freiheit.

“Wenn man Songs komponiert, fragt man sich nicht, um welches Thema es gehen soll. Man erzählt vom Alltag, von dem, was uns umgibt, von der Wirklichkeit. Von dem, was uns gefällt, was uns Spaß macht und was uns nicht, von dem, das uns gerade in den Sinn kommt. Derzeit sind wir in einer Anti-Castro-Phase. Anti-Raul, Anti-all-diese-Hurensöhne, die unser Land regieren. Und damit haben wir einen Riesenspaß, das garantiere ich Dir!”

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