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Zyprer bangen um ihre Ersparnisse

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Zyprer bangen um ihre Ersparnisse

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Auf der Insel wird der Tag der Unabhängigkeit gefeiert – und wohl auch den in letzter Minute abgewendeten Staatsbankrott.

Doch von Erleichterung ist bei den Menschen auf der Insel nicht viel zu spüren. Die Banken sind seit mehr als einer Woche geschlossen. So soll das Leerräumen der Konten verhindert werden.

Die Mitglieder der Eurogruppe hatten sich nach zähen Verhandlungen auf einen Kompromiss geeinigt; der Weg für das zehn Milliarden Euro schwere Rettungspaket ist frei. Zypern selbst muss sieben Milliarden Euro zusammenbringen.

Außenminster Ioannis Kassoulides versicherte, Zypern werde alles daran setzen, damit es gelinge, denn es habe keine andere Wahl. In einigen Jahren werde das Land eine Wirtschaft haben, die den Bedürfnisssen und dem Wohlstand seiner Menschen entspreche.

Auch dieses Hilfspaket sieht vor, dass Kontoinhaber zur Kasse gebeten werden – aber nur jene mit mehr als 100.000 Euro Guthaben. Die größte Bank soll verkleinert und die zweitgrößte aufgespalten werden -und letztendlich verschwinden.

Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich erleichtert. Er erklärte, damit werde erreicht, dass der Bankensektor auf ein Maß verkleinert werde, der der Volkswirtschaft des Landes entspreche.

Frankreichs Außenminister räumte ein, “die Einigung von der letzten Nacht ist hart, aber es gab keine andere Lösung. Der französische Finanzminister spricht hier von einer Casino-Wirtschaft: Das zyprische System war nicht mehr tragbar.”

Das Parlament in Zypern, das das vorige Rettungspaket abgelehnt hatte, muss diesmal nicht zustimmen.