Eilmeldung

Eilmeldung

Rebellen greifen sich die Macht in Zentralafrika

Sie lesen gerade:

Rebellen greifen sich die Macht in Zentralafrika

Schriftgrösse Aa Aa

Neuwahlen in drei Jahren und Frieden – das hat Michel Djotodia, der selbsternannte neue Präsident der Zentralafrikanischen Republik, als seine Hauptziele ausgegeben. Mit seinen Seleka-Rebellen hatte er zuvor Bangui erobert. Kritik daran kam von der UNO und der Afrikanischen Union, die die Mitgliedschaft des Landes auf Eis legte und forderte, die Rebellen müssten die Angriffe auf Zivilisten beenden und die Menschenrechte achten.

Arabische Medien berichten derweil von schweren Plünderungen in Bangui. Der Rebellengeneral Arda Ahkoma bestätigte die Berichte, allerdings seien dafür nicht die Seleka-Rebellen verantwortlich, sondern bewaffnete Zivilisten, die Ex-Präsident François Bozizé organisiert habe.

Der ist inzwischen ins Nachbarland Kamerun geflohen, in eine Stadt nahe der Grenze zu Zentralafrika, wie die dortige Regierung mitteilte. In Bangui kündigte Djotodia unterdessen an, die Verfassung auszusetzen und das Parlament aufzulösen. Er wolle sich an das Abkommen von Libreville halten, das er im Januar mit Bozizé unterzeichnet hatte und das eine Übergangsregierung vorsieht. Lediglich die ebenfalls vereinbarten Neuwahlen verschob Djotodia von zwei auf drei Jahre.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich schickt derweil zusätzliche Soldaten, um ihre Bürger und wichtige Einrichtungen zu schützen; 200 Mann waren bereits in dem Land, sie griffen aber nicht in die Kämpfe zwischen Rebellen und der Regierung ein. Am Flughafen Banguis erschossen französische Soldaten am Montag zwei Inder, die sie, offenbar versehentlich, für Angreifer gehalten hatten.