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Vorsicht vor dem Phishing-Angriff

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Vorsicht vor dem Phishing-Angriff

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In dieser Ausgabe von Hi-Tech beschäftigen wir uns mit dem Thema Phishing, den meist kriminellen Versuch, über gefälschte Mails, die Logos von Banken oder kommerziellen Webseiten nachahmen, an die Daten des Internet-Benutzers zu gelangen. Um besser zu verstehen, wie Phishing funktioniert, sprachen wir mit dem französischen Experten für Computersicherheit Pierre Siaut.

Claudio Rocco, euronews: “Erläutern Sie uns doch zunächst einmal das Ausmaß dieses Phänomens.”

Pierre Siaut: “In Europa werden jedes Jahr mehrere Millionen dieser Phishing-Mails verschickt. Die Zahl der potenziellen Opfer ist enorm. Jeder Internetnutzer kann Opfer einer Phishing-Attacke werden.”

euronews: “Welche Auswirkungen hat denn ein solcher Angriff auf den User?”

Pierre Siaut: “Die Auswirkungen sind vielfältiger Natur. Man kann ganz einfach Ihre Mailbox kapern und zur Versendung falscher E-Mails missbrauchen, die bei Ihren Kontakten Geld einfordern. Das kann aber noch viel weiter gehen, wenn Sie tatsächlich Ihre Bankverbindungen preisgeben. Damit kann der Cyberpirat Ihnen einen Schaden von mehreren Tausend Euro zufügen.

Das hier ist ein Beispiel für Phishing bei PAYPAL.Wenn man sich die Adresse genauer anschaut, sieht man, dass sie mit ‘qpal.it’ endet, also nicht PAYPAL. Wenn wir den Link öffnen, der uns nach unseren Zugangsdaten fragt, stoßen wir wiederum auf eine äußerst geschickt gefälschte PAYPAL-Seite. Zur Identifizierung werden E-Mail-Adresse und Passwort eingefordert. Doch die Adresse stimmt überhaupt nicht überein, die Webseite wurde für den Phishing-Angriff gefälscht.

Hier noch Beispiel für eine Phishing-Mail von Linkedin. Auch hier lautet die Grundregel: Adresse prüfen. Der Domainname ist falsch, die Mail kommt nicht von Linkedin. Wenn man genauer nachprüft, sieht zwar alles nach einer echten Mail aus, aber man gelangt auf eine völlig andere Webseite.”

euronews: “Erklären Sie uns bitte, wie man sich vor betrügerischen E-Mails schützen kann!”

Pierre Siaut: “Man sollte jede eingehende Mail mit Vorsicht betrachten. Wir erhalten Mails von unbekannten Absendern, aber auch von Kontakten, deren Mailkonto gehackt wurde.
Außerdem: Kein seriöses Unternehmen wird Sie jemals per Mail um vertrauliche Daten bitten.

euronews: “Man sollte also nie seine Geheimcodes per E-Mail versenden.”

Pierre Siaut: “In der Tat, sämtliche Zugangsdaten wie Login, Mailadresse und Passwort sollte man nie weitergeben. Denn Cyberkriminelle können sie benutzen, um Ihre Freunde, Familie und Kollegen mit Phishing-Angriffen und anderen Betrugsmethoden zu überschütten.

Ein weiterer Tipp: Zögern Sie nicht, beim Erhalt einer zweifelhaften Mail oder einer tatsächlichen Phishing-Attacke, den Zwischenfall beim Provider zu melden, bei den Spezialeinheiten der Polizei, die sich mit Cyberkriminalität befassen oder bei Organisationen, die Sicherheitsleistungen anbieten. Sie sind dafür da.”

euronews: “Ihr letzter Ratschlag?”

Pierre Siaut: “Öffnen Sie niemals Dateianhänge, wenn die Mail von einer Person stammt, die Sie nicht kennen. Denn sie können Viren enthalten, Phishing-Kampagnen und noch vieles mehr. Ich würde sogar noch weiter gehen und dazu raten, angehängte Dateien grundsätzlich nicht ungeprüft zu öffnen, auch wenn sie von Freunden, Kollegen oder Familie stammen.”

euronews: “Wann öffnet man den Datenanhang gefahrlos?”

Pierre Siaut: “Erst, wenn man den Absender überprüft, mit ihm kommuniziert hat. In dem man ihn anruft oder ihm eine kurze Nachricht zusendet.”