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HIV: Studie belegt funktionelle Heilung bei frühzeitiger Behandlung

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HIV: Studie belegt funktionelle Heilung bei frühzeitiger Behandlung

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Für die AIDS-Forschung ist es ein wichtiger Schritt voran. Vierzehn französische Patienten gelten als funktional geheilt. Die Teilnehmer einer Studie wurden nur kurz nach der HIV-Infektion antiretroviral behandelt. Die Therapie wurde nach drei Jahren wieder abgesetzt . Bei den Patienten kam es seitdem zu keinen Anzeichen für ein erneutes Auftreten des Virus.
“Wir gehen davon aus, dass das Virus durch die frühzeitige Behandlung unter Kontrolle gebracht wurde”, sagt Christine Rouzioux vom Pariser Hôpital Necker. “Dadurch konnte das Ausbreiten des Erregers im Organismus bereits in der akuten Infektionsphase gestoppt werden.”

Das HI-Virus nistet sich zu einem frühen Zeitpunkt in Schlupfwinkeln ein, an denen es jahrelang ausharrt. Bei den französischen Testpatienten blieb die Viruskonzentration im Blut auch nach dem Absetzen der Behandlung extrem niedrig. Das Virus wurde zwar nicht ausgelöscht, es kam aber zu einer Art Rückbildung der Infektion. “Es ist durchaus denkbar, dass diese Patienten eines Tages als völlig geheilt gelten. Derweil leben sie seit mehr als 7 Jahren ohne die Medikamente, und das ist bemerkenswert”, meint Christine Rouzioux.

Die französischen Wissenschaftler betonen allerdings auch, dass die rasche Behandlung nur bei rund zehn Prozent der Patienten zu einer funktionellen Heilung führt. Alle anderen müssen weiterhin Medikamente nehmen, um das Virus in Schach zu halten.
Post-Therapie Controller heißen die Patienten, bei denen das Virus unter Kontrolle gebracht wird. Von ihnen erwarten sich die Forscher Erkenntnisse, die zur Entwicklung eines Impfstoffs beitragen könnten.