Eilmeldung

Eilmeldung

Kunst, statt Krach: Bolschoi feiert 100. Geburtstag von Strawinskis "Frühlingsopfer"

Sie lesen gerade:

Kunst, statt Krach: Bolschoi feiert 100. Geburtstag von Strawinskis "Frühlingsopfer"

Schriftgrösse Aa Aa

Das Moskauer Bolschoi feiert den 100. Geburtstag von Igor Strawinskis “Le Sacre du Printemps” mit einem Festival und einer eigenen Neuinterpretation des berühmten Balletts. Die erste Produktion seit dem Säureanschlag auf den Ballettchef Sergej Filin, der zur Inhaftierung des Startänzers Pawel Dmitritschenko als angeblichem Auftraggeber führte, aber auch zu harschen Vorwürfen gegen das Theatermanagement.

Nach der Schlammschlacht gibt nun wieder die Kunst den Ton an: Strawinskis bahnbrechendes Ballett, von Nijinsky choreografiert, das 1913 in Paris uraufgeführt wurde. Damals kam es zu tumultähnlichen Zuständen in der Pariser Oper. Heute ist das Frühlingsopfer ein viel gespielter Publikumsliebling.

Das beweist das aktuelle Festival anhand unterschiedlicher Produktionen des finnischen Nationalballetts, des Béjart Balletts in Lausanne und des Wuppertaler Tanztheaters.

Die von Tatyana Baganova choreografierte neue Version am Bolschoi zeigt 30 Tänzer, die verzweifelt um Regen beten. Baganova leitet eine Tanzkompanie in Jekaterinburg. Dies ist ihre erste Zusammenarbeit mit dem Ballettensemble des Bolschoi. “Das ist ein ganz herausragendes Ereignis, besonders, weil es auf einer klassischen staatlichen Bühne stattfindet. Der Zuschauer, der alle vier Produktionen sieht, erlebt eine Art Retrospektive, die Entwicklung des Balletts bis heute.”

Das Festival am Moskauer Bolschoi geht bis zum 21. April.