Eilmeldung

Eilmeldung

US-Secret-Service: Ende der Macho-Kultur?

Sie lesen gerade:

US-Secret-Service: Ende der Macho-Kultur?

Schriftgrösse Aa Aa

Eine Frau leitet zum ersten Mal in der 148jährigen Geschichte der Bodyguards der US-Präsidenten den Secret Service. Barack Obama hat die 53jährige Julia Pierson zum Boss der Institution ernannt, die in Hollywood-Manier mehr mit Sonnenbrillen tragenden, nach Clint Eastwood aussehenden, muskelbepackten Männern in dunklen Anzügen und mit Knopf im Ohr verbunden wird.

Aber der US-Secret-Service machte im vergangenen Jahr Negativschlagzeilen, als aufgeflogen war, dass die Bodyguards des Präsidenten bei der Vorbereitung eines Gipfeltreffens amerikanischer Staaten im kolumbianischen Cartagena auch Prostituierte engagiert hatten. Als eine Prostituierte sich wegen nicht bezahlter Leistungen beim Secret Service beschwerte, flog der Skandal auf. Die folgende Untersuchung ergab offenbar, dass es sich dabei um keinen Einzelfall handelte.

Will Barack Obama mit der Ernennung von Julia Pierson dieser Macho-Kultur jetzt ein Ende setzen. Das vermuten zumindest die US-Medien wie The Daily Beast .

Julia Pierson hat ihre Karriere nach dem Studium als Polizistin in Orlando in Florida begonnen. Seit 1983 arbeitet sie für den Secret Service – zunächst in Miami. Bodyguard von US-Präsident George W. Bush war sie von 1988 bis 1992, aber sie kämpfte auch gegen Drogendelikte und Cyberkriminalität. Zuletzt war Julia Pierson Stabschefin ihres Vorgängers Mark Sullivan.

Christian Science Monitor spricht von einem Meilenstein für den Secret Service, der mehr als 3.500 Mitarbeiter beschäftigt. Und nicht nur die New York Times zitiert mehrere Poltiker, die meinen, dass Julia Piersons Hauptaufgabe darin besteht, nach dem Sex-Skandal die Glaubwürdigkeit des Secret Service wiederherzustellen. Eine Frau als Garantin für das Ende der Macho-Kultur – vielleicht auch eine gute Idee für andere Unternehmen…