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Beim Wirtschaftsprojekt von Nord- und Südkorea läuft alles wie gehabt

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Beim Wirtschaftsprojekt von Nord- und Südkorea läuft alles wie gehabt

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Das zur Konfliktentschärfung gedachte “Rote Telefon” ist abgestellt. Aus Nord-Korea sind so böse Sprüche zu hören, als stünde ein Atomkrieg unmittelbar bevor.
Im Wirtschaftkomplex Kaeson aber, den die verfeindeten Brüder im Grenzgebiet zum gemeinsamen Nutzen betreiben, gilt eher “The show must go on.” Hier funktieren nicht nur die Telefone zwischen Nord und Süd. Hier laufen vor allem die zahlreichen Produktionslinien auf vollen Touren. Dieser Industriepark ist für den Norden eine überaus wichtige Devisenquelle. Aus dem industriell hoch entwickelten Süden kommt das Management – rund 200 Südkoreaner gehen täglich über die Demarkationslinie zur Arbeit.
Etwas nervös sind sie schon, wie ein südkoreanischer Angestellter sagt. Er habe aber am Arbeitsplatz keine Veränderung festgestellt. Ein anderer hat nach sechs Jahren den gut dotierten Posten verlassen, weil ihm nach Nordkoreas drittem Atomtest die Sache zu heiss wurde. Mehr als 160 LKW bringen täglich Dieselöl und Material in diese Enklave kapitalistischen Wirtschaftens im kommunistischen Nordkorea. Für Pjöngjang verringert dieses allen ideologischen Parolen widersprechende Projekt die Abhängigkeit vom großen Bruder China. Es bringt pro Jahr gut 1,5 Milliarden Euro. Rund 50.000 Nordkoreaner arbeiten hier – ihr Lohn von mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr wird dem nord-koreanischen Staat überwiesen. Seit 2004 wird hier produziert – kostengünstig für den Süden, devisenbringend für den Norden. 123 süd-koreanischen Firmen sind beteiligt. Lange wurde das Projekt als Symbol für eine beginnende Versöhnung gepriesen.
Im Moment spricht niemand darüber. Es läuft einfach.