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Offene Banken in Zypern: Das befürchtete Chaos blieb aus

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Offene Banken in Zypern: Das befürchtete Chaos blieb aus

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Fast zwei Wochen waren sie geschlossen. Als Zyperns Banken an diesem Donnerstag öffneten, bildeten sich zwar lange Schlangen, aber der befürchtete Ansturm blieb aus. Die Zyprer hatte sich seit Mitte März nur mit kleinen Summen vom Automaten versorgen können.
Damit es keine Engpässe bei den Banken gibt, soll die Europäische Zentralbank Zyperns Bankensystem mit einer Finanzspritze von fünf Milliarden Euro in bar versorgt haben – das berichteten lokale Medien. Außerdem darf jeder Zyprer nur 300 Euro pro Tag abheben – die Wut unter den Menschen ist groß.

Nichts sei ok, meint ein Rentnerin in Nikosia. Sie könne kein weiteres Geld abheben. Sie habe versucht, Wertpapiere aufzulösen, aber sie sei nicht an das Geld herangekommen. Sie müsse nun auf ihre Rente warten.

Ihre Mutter fällt ihr ins Wort und ergänzt: Ihre Tochter lebe bei ihr, sie selbst habe kein Einkommen. Das solle sich die Regierung mal vor Augen halten.

Wovon werde ihre Mutter leben, fragt die Tochter. – “Ja, wovon?” wiederholt ihre Mutter.

Vor einer Bank wartet ein anderer Mann – bisher erfolglos – auf seine Rentenzahlung. Er erklärt, “ich bin Pensionär. Sie meinen, die Rente sei noch nicht auf meinem Konto, ich solle mit der Rentenbehörde sprechen. Vielleicht morgen oder übermorgen, meinen die. Meine Rente ist alles, was ich zum Leben habe.”

Und ein jüngerer Mann ist nicht einverstanden mit den Richtlinien, die die Banken vorgeben. “300 Euro pro Tag – es ist mein Geld und ich darf nur 300 Euro abheben? Warum? Wie werde ich meine Miete bezahlen? Und den Strom? Sie erlauben mir, nur 300 Euro von meinem Geld abzuheben? Muss ich jeden Tag wiederkommen? Nein! Das ist einfach nicht richtig.”