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Das Tattoo kennt kein Tabu

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Das Tattoo kennt kein Tabu

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Immer Menschen tragen eines, winzig klein, an verborgener Stelle oder aber flächendeckend, kunterbunt auf dem ganzen Körper. Tattoos sind angesagt. Sogar Stars wir Angelina Jolie und David Beckham stellen sie stolz zur Schau. Wie beliebt die dauerhafte Körperverzierung heute ist, zeigt der Massenandrang bei Events, wie dem Tattoo Festival in Paris.

Jeder zehnte Franzose hat angeblich eine Tätowierung. Menschen aller Altersklassen und sozialen Schichten, die offenbar nicht genug davon bekommen. Für jedes Motiv ein guter Grund: Sie spenden Kraft, schützen vor bösen Geistern oder erinnern an die Liebsten.
Die französische Autorin Elisa Müller hat das Phänomen in ihrer “Anthropologie der modernen Tätowierung” analysiert. “Es ist eine Art, sich so zu akzeptieren, wie man ist. Wer sich tätowiert, nimmt in Kauf, dass er womöglich schockiert und sich selbst bestimmte Türen verschließt. Auf diese Weise zeigt man, dass man zu sich selbst steht, zu seinen Werten.”

Auch in Sydney versammelten sich Körperkünstler und Kunden zur großen Tätowierungsmesse. Mit dabei, die Stars der Branche, wie der Kalifornier Corey Miller, bekannt für Porträts und Drachenmotive. An seinem Stand war der Andrang besonders groß.

“Ich lasse mir das Porträt meines Sohnes eintätowieren”, sagt die Kundin auf dem Tätowiertisch. “Corey ist einer der größten Meister seines Fachs, ich bin schon seit vielen Jahren ein Fan. Er stand auf meiner Wunschliste ganz oben!”

Ein älterer Festival-Besucher freut sich über die große Auswahl. Tinte und Maschinen seien heute viel besser.

“Ich wollte nur ein paar Tätowierungen, und dann wurden es immer mehr”, sagt ein junger Kunde. “Es ist tatsächlich eine Sucht. Das wird Ihnen jeder hier bestätigen.”

Zum Schluss noch ein Ausflug nach Thailand. Kein Tattoo Festival im kommerziellen Sinn, sondern vielmehr ein spirituelles Ritual. Rund zehntausend Pilger versammeln sich jedes Jahr in der Tempelanlage Wat Bang Phra, um sich von Mönchen ein magisches Tattoo einstechen zu lassen, beziehungsweise ein altes neu mit Energie aufzuladen.

Die magische Wirkung zeigt sich bei manchen auf erstaunliche Weise. Menschen, die in Trance verfallen, springen plötzlich wild durch die Gegend, sie verkörpern die Tiere oder Fabelwesen auf ihrer Haut.