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Hollandes Fernsehauftritt: "nicht überzeugend" und "nicht mitreißend"

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Hollandes Fernsehauftritt: "nicht überzeugend" und "nicht mitreißend"

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Frankreichs Präsident François Hollande hat mit seinem Interview im Fernsehen mehr als die Hälfte der Zuschauer enttäuscht. Befragungen zu Folge fanden ihn 60 Prozent nicht überzeugend. Der Auftritt in Zeiten schwacher Konjunktur sollte eigentlich Vertrauen schaffen.

Hollande ist angeschlagen, seit der Verfassungsrat seine angekündigte Reichensteuer kippte. Diese soll nun auf Unternehmen angewendet werden.

“Mir ist am meisten aufgefallen, dass er denen, die Arbeiten gehen, nichts gibt. Ganz im Gegenteil, wir werden mehr und mehr zur Kasse gebeten. Meine Frau und ich stehen jeden Morgen auf, um zu arbeiten. Wir zahlen voll für eine Tagesmutter, die Kita und die Kantine,” beschwert sich ein junger Familienvater in Montpellier.

Auf die Frage der Journalistin, welche Erwartungen ein anderer Franzose als Firmenchef hat, antwortet dieser: “Konkrete Reformen und sinkende Lohnnebenkosten. Ich könnte derzeit zwei zusätzliche Leute einstellen, mache es aber nicht.”

Die Wirtschaft in Frankreich stagniert, Neuverschuldung und Arbeitslosenzahlen steigen. Viele Franzosen blicken unsicher in die Zukunft.

Eine Frau in der Fußgängerzone von Montpellier gibt sich kämpferisch, Sie meint: “Ich hatte ihn mir überzeugender vorgestellt. Nicht als jemanden, der immer nur die Menschen beruhigt, sondern als einen, der die Menschen mitreißt, der echte Überzeugungen hat. Die Menschen müssen jetzt motiviert werden.”

Am Vortag war eine Umfrage des Instituts CSA veröffentlicht worden: Demnach ist für mehr als die Hälfte der Befragten Hollande ein schlechter Präsident.