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Kamelmilch als Alternative bei Kuhmilchallergie

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Kamelmilch als Alternative bei Kuhmilchallergie

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Milchcafé gefällig? Oder heißer Κakao? In diesem Café im Emirat Dubei gibt es alles, was Café-Besucher anderswo auf der Welt auch erwarten – mit einem kleinen Unterschied. Und der liegt in der Milch. Sie stammt von Kamelen. Kamelmilch hat etwa den gleich Fett- und Eiweißgehalt wie Kuhmilch, aber viermal soviel Vitamin C. Die Kundin Taghreed Turki aus Saudi Arabien kennt Kamelmilch schon von ihren Großeltern. Von denen hat sie auch gehört, dass Kamelmilch besonders besund sei und krebsvorbeugend wirke.
Den Touristen schmeckt es. Der britische Gast Derek Turner findet sein Getränk erfrischend, mag die leichte Süße, den etwas anderen Geschmack. Judy Havard aus Australien hat den Unterschied gar nicht bemerkt. Auf einer modernen Farm in Dubei wird seit 10 Jahren Kamelmilch produziert. Die Stuten zu melken ist allerdings schwieriger als bei Kühen. Es muss immer erst ein Fohlen ein wenig saugen, bevor maschinell gemolken werden kann. Einer Stute gibt normalerweise bis zu 3 Liter Milch pro Tag, es wird aber auch schon wie bei Kühen auf höhere Milchproduktion gezüchtet. In Dubei wird die Milch industriell weiter verarbeitet, u.a. auch zu Speiseeis. Der Farm-Manager Dr. Peter Nagy betont den hohen Vitamingehalt und die bessere Fett-Verträglichkeit, was Tuberkulose-Patienten helfen könne. Außerdem habe man antivirale Effekte nachgewiesen. Weltweit zählt man rund 20 Millionen Kamele, wobei die Stuten nicht extra gezählt werden.

Milchkühe gibt es mehr als 240 Millionen. Die Produktion von Kamelmilch ist auf wenige Staaten beschränkt, richtige Farmen gibt es bisher außen in Dubei nur in Saudi Arabien und Kasachstan. Somalia hat zwar die meisten Kamele, aber nicht die Mittel, die Milch zu vermarkten. In der Europäischen Union ist dieses Lebensmittel seit 2010 zugelassen, noch in diesem Jahr könnte Kamelmilch in Supermärkten auftauchen. Der Manager Roddy-Fok-Shan aus Dubei spricht von seinen Plänen, nach Paris, London und Seoul zu liefern. Und nach Japan und China, besonders der asiatische Markt sei für dieses Produkt interessant. Da kommt eine Alternative für Menschen mit Kuhmilchallergie.