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Lösung in Sicht für den Volksgruppenstreit im Kosovo?

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Lösung in Sicht für den Volksgruppenstreit im Kosovo?

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Gibt es neue Hoffnung für Mitrovica, die Stadt im Kosovo, in der eine Brücke nicht verbindet – sondern teilt?
Seit 2008 ist Kosovo ein unabhängiger Staat. Aber der Streit der Volksgruppen ist noch lange nicht beigelegt. Es reichte eben nicht, dass der Westen den dazumal unterdrückten Albano-Kosovaren mit NATO-Luftschlägen gegen die serbische Übermacht half. “Dies wird immer serbisch bleiben, von irgendwelchen Abkommen halte ich gar nichts”, sagt Gordana Djokovic aus dem Serbenviertel. Dort bekommen sie Unterstützung aus Belgrad. Die serbische Regierung verlangt für die rund 50.000 noch im Kosovo lebenden Serben weitgehende Minderheitenrechte mit Polizei-, Justiz- und Regierungsvollmachten. Für Milan Ivanovic, den Präsidenten des Serbischen Nationalrates sind die nicht verhandelbar. Εr sagt an die Regierung in Pristina gerichtet: “Wenn sie Druck machen, werden wir innerhalb der Republik Serbien eine ´Gruppe der serbischen Gemeinden´gründen, die auch allen serbischen Ortschaften südlich des Flusses Ibar offensteht.”
Ibar ist der Fluß, der Mitrovica teilt. Von den zehn in Frage kommenden Ortschaften liegen vier nördlich und 6 südlich davon. In fünf Jahren Unabhängigkeit sind sich die verfeindeten Gemeinschaften hier keinen Schritt näher gekommen. Die Albano-Kosovaren protestierten erst am Wochenende wieder lautstark gegen mögliche Autonomierechte, die ihre serbo-kosovarischen Nachbarn auf dem Umweg über Brüssel bekommen könnten. Gleichzeitig versuchte Ministerpräsident Hashim Thaci, die Ängste der im Norden zwischen den Serben lebenden Albano-Kosovaren zu besänftigen. Eine ´Gruppe serbischer Ortschaften´ könne erst nach Kommunal- und Bürgermeisterwahlen gegründet werden. Die werde dann aber weder ein legislatives noch ein exekutives Mandat haben noch sonst eine Form von Regierungsrecht., betonte der Regierungschef des Staates Kosovo. Den Albaner Ali Kadrija, der sich im Norden von Serben umzingelt fühlt, beruhigen diese Worte nicht so recht. Er sagt, ihm fehle die Vorstellung, wie das alles gehen solle. Er wisse nur eines: Seinen Heimatort werde er niemals verlassen, was auch geschehe! Belgrad möchte im Juni Beitrittsgespräche mit der EU beginnen und könnte dafür zu Zugeständnissen bereit sein. Etwa in der Richtung: Anerkennung des Staates Kosovo gegen Autonomierechte für dort lebende Serben.