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Novartis-Niederlage in Indien: Sieg für günstige Generika

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Novartis-Niederlage in Indien: Sieg für günstige Generika

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Der Schweizer Pharmariese Novartis hat in Indien eine Patentklage für sein Krebsmedikament “Glivec” verloren. Beobachter sprechen von einem Präzedenzfall. Das Unternehmen kritisierte das Urteil, es sei innovationsfeindlich und erschwere wissenschaftlichen Fortschritt im Pharmabereich.

Ranjit Shahani von Novartis-India erklärte: “Wir werden weiter in Indien investieren, allerdings ein wenig vorsichtiger. Für die neuen Produkte, die wir auf den Markt bringen, werden wir Patente anmelden und wir hoffen, dass sich der Umgang mit geistigem Eigentum in diesem Land verbessern wird. Wir sind ganz offensichtlich von dieser Entscheidung enttäuscht.”

Menschenrechtsorganisationen begrüßten den Richterspruch, da günstige Nachahmermedikamente, sogenannte Generika, aus Indien für Millionen Patienten aus der ganzen Welt wichtig seien. Leena Menghaney von der Organisation “Ärzte ohne Grenzen” verwies darauf, dass 80 Prozent der weltweit acht Millionen wegen einer HIV-Infektion behandelten Menschen auf Medikamente aus Indien angewiesen seien. Das Oberste Gericht habe mit seinem Urteil die Rechte der Patienten in allen Entwicklungsländern weltweit geschützt.

Eine Behandlung mit dem Krebsmedikament von Novartis kostet in Indien pro Monat umgerechnet mehr als 3000 Euro. Eine Generikaversion ist bereits für knapp 60 Euro pro Monat zu haben. Diese Art von Generika wollte Novartis verbieten lassen.