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Neue Verhandlungsrunde zwischen Belgrad und Pristina

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Neue Verhandlungsrunde zwischen Belgrad und Pristina

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Der zukünftige rechtliche Status der serbischen Minderheit im mehrheitlich von Albanern bewohnten Kosovo ist die Kernfrage bei den von der EU vermittelten Verhandlungen zwischen Belgrad und Pristina. Der kosovarische Ministerpräsident Hashim Taci gab sich zu Beginn der achte Runde der Gespräche optimistisch. Taci sprach von einer europäischen Perspektive für die gesamte Region und betonte, seine Regierung wünsche gute nachbarschaftliche Beziehungen zu Serbien und ein Ende der politischen Konfrontationen. Die Kosovo-Regierung will der serbischen Gemeinschaft, zu der rund 135 000 Menschen zählen, nur beratende Aufgaben einräumen. Serbien verlangt für seine Landsleute ein eigenes Parlament, eine Regierung, eine Nationalhymne und eine Nationalfahne. Kosovska Mitrovica im Norden des Kosovos ist eine zwischen Serben und Kosovo-Albanern geteilte Stadt. So haben die Serben beispielsweise ein eigenes Gericht in Mitrovica. “Entscheidungen des Gerichts können nicht umgesetzt werden, wenn nicht beide Seiten guten Willens sind”, beklagt Nikola Kabasic, Präsident des Gerichts, “uns fehlt die Unterstützung durch die Polizei.” Die Polizei des Kosovos wiederum wird von der Minderheit der Serben zwar akzeptiert, doch die serbischen Lokalbehörden weigern sich, mit ihr zusammenzuarbeiten.
“Die Behörden sollten uns unterstützen”, kritisiert ein Polizist. “Ohne ihre Hilfe können wir das Recht nicht durchsetzen.” 2008 erklärte sich die serbische Provinz Kosovo von Belgrad unabhängig. Schaffen es das Kosovo und Serbien nicht, ihre gemeinsamen Probleme zu lösen, könnte die EU die geplanten Beitrittsverhandlungen mit der Regierung in Belgrad verschieben.