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Zypern: Wie im Schlaraffenland?

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Zypern: Wie im Schlaraffenland?

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Zyperns Finanzminister Michalis Sarris nannte als Grund für seinen Rücktritt die Untersuchungen der neu eingesetzten Kommission, die die Hintergründe der Bankenkrise unter die Lupe nehmen soll. Euronews sprach mit dem Generalstaatsanwalt Petros Clerides. Herr Clerides, was sagen Sie zu dem Rücktritt?

Petros Clerides – Generalstaatsanwalt Zypern:
“Nun, anscheinend ist er zurückgetreten, da ein Verdachtsmoment der Ermittler die Verwendung der EZB-Notfall-Gelder (ELA) betrifft und Sarris dafür als Vorstandsvorsitzender der Laiki-Bank verantwortlich war.”

Stimmt es, dass sich auch einige Politgrößen auf der Liste derer befinden, die noch Geld nach dem Beschluss der Eurogruppe ins Ausland transferiert haben? Sogar Verwandte des Präsidenten?

Petros Clerides – Generalstaatsanwalt Zypern:
“Ja, da tauchen einige große Namen von Politikern auf, das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die sich falsch verhalten haben. Wenn sie ihre Schulden löschen ließen, wenn es um eine besonders große Summe geht, naja, dann ist das natürlich was anderes. Einige Leute aus dem Umfeld des Präsidenten sind auch betroffen. Der Präsident selbst hat nun darum gebeten, sie alle in die Ermittlungen mit einzubeziehen.”

Darüber hinaus soll die Untersuchungskommission ermitteln, ob nicht vielleicht über Zyprioten hinaus, auch Griechen zinslose Darlehen in Anspruch genommen haben.

Dazu Petros Clerides:“Es ist durchaus möglich, vielleicht sogar sicher, dass unter denen, die unentgeltliche Darlehen erhielten, auch einige Griechen waren.”

Untersucht werden soll nun auch, ob es nur zinslose Darlehen waren, oder die Summen einfach als Ganzes unter Politikern und Unternehmern aufgeteilt wurden – quasi als Geschenk.