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Die Angst der Muslimbrüder und der IWF

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Die Angst der Muslimbrüder und der IWF

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Um aus der Wirtschaftskrise heraus zu kommen, setzt Ägypten auf Milliardenhilfen des Internationalen Währungsfonds.

Doch der Preis dafür ist hoch: Investoren warten ab, Touristen bleiben fern, immer wieder gibt es Unruhen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) soll nun mit einem Kredit in Höhe von umgerechnet rund vier Mrd. Euro helfen.

Der Plan stößt nicht nur auf Gegenliebe im Volk. Der frühere Präsidentschaftskandidat Khaled Ali meint:“Der Finanzminister hat angekündigt, den Kreditantrag noch vor Ende April unterschreiben zu wollen. Andere wollen ihn auf jeden Fall vor den Parlamentswahlen unterschrieben wissen. Ich sage: Ihr habt kein Recht, das zu tun!”

Fakt ist: zwei Jahre nach dem Sturz von Langzeitherrscher Husni Mubarak steckt das Land wirtschaftlich in der Dauerkrise.

Mit den Geldern des IWF soll das Land am Laufen gehalten werden. Denn Gehälter im öffentlichen Dienst machen zusammen mit Subventionen für Energie und Lebensmittel etwa die Hälfte aller öffentlichen Ausgaben aus.

Und da etwa jeder fünfte Ägypter unterhalb
der Armutsgrenze lebt, sind viele beispielsweise auf das staatlich geförderte und damit extrem günstige Brot angewiesen und genau bei den Subventionen muss die Regierung von Präsident Mohammed Mursi kürzen, so die Auflagen des IWF. Umgesetzt werden soll dieser Plan aber erst nach den Wahlen. Denn sonst droht neuer Ärger- und ein Popularitätsverlust der Muslimbruderschaft, der politischen Heimat Mursis.