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Kaesong - Geldmaschine für Nordkorea und Politbarometer

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Kaesong - Geldmaschine für Nordkorea und Politbarometer

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Die gut 50.000 nordkoreanischen Arbeiter und Arbeiterinnen im Industriekomplex Kaesong kennen das schon: Auch in früheren Krisen zwischen Nord- und Südkorea war die nun geschlossenene Sonderwirtschaftszone an der Grenze das politische Barometer. Danach stehen die Zeichen nun stärker auf Sturm als 2010, als bei zwei gewaltsamen Zwischenfällen 50 Südkoreaner starben – und Kaesong geöffnet blieb.

In Zahlen, meist aus dem Süden: In Kaesong werden jedes Jahr in 123 Unternehmen aus Südkorea vor allem Textilien, Halbleiter und Fahrzeugteile für 360 Millionen Euro hergestellt.

Gut 1,5 Milliarden Euro brachte das 2004 gegründete Projekt Nordkorea ein – eine wichtige Devisenquelle für das verarmte Land.

Knapp 800 Südkoreaner kommen in friedlicheren Zeiten täglich zur Arbeit über die Grenze – zu wesentlich besseren Gehältern als ihre Kollegen aus dem Norden. Für sie werden jedes Jahr insgesamt rund 62 Millionen Euro an den Norden überwiesen – pro Kopf gut 1.100 Euro.

Wieviel davon in deren Geldbeuteln ankommt? Die konservative südkoreanische Zeitung Chosun Ilbo errechnete daraus einen Monatslohn von weniger als 1,50 Euro.

Übrigens: Kaesong wurde schon einmal vom Norden abgeriegelt. Hunderte Südkoreaner saßen 2009 fest – für ein paar Tage. Dann ging alles weiter wie gehabt. Von Forderungen nach höheren Löhnen hörte man nichts mehr.

Mit Reuters, dpa