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Pistazienboykott im Iran

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Pistazienboykott im Iran

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Zu Nouruz (‏نوروز), dem iranischen Neujahrsfest, fehlten in diesem Jahr in vielen iranischen Familien Pistazien. Die Steinfrucht des zweihäusigen Pistazienbaumes (Pistacia vera) ist eigentlich Bestandteil der Neujahrstradition, doch viele Iraner folgten einem Aufruf, wegen der gestiegenen Preise auf Pistazien zu verzichten.

Der Facebook-Kampagne schloss sich sogar die Regierung an, allerdings, um gegen die internationalen Sanktionen zu protestieren und verlorene Popularität wett zu machen. Das Staatsfernsehen, das normalerweise die Auffassungen des herrschenden Klerus der Islamischen Republik wiedergibt, berichtete in seinem Wirtschaftsmagazin Payesh (Qualitätskontrolle)wohlwollend über den Boykott.

“Zum ersten Mal seit dreißig Jahren haben wir keine Pistazien oder Nüsse auf unserem Festtisch. Wir machen bei dem Boykott mit aus Protest gegen steigende Nusspreise”, berichtet Hamid Pourmand aus Teheran.

Der genaue Grund für die Verfünffachung des Pistazienpreises (in Rial) innerhalb nur eines Jahres ist unklar. Die internationalen Sanktionen treiben die Inflation im Iran an. Das Land ist aber nach den USA der zweitgrößte Pistazienanbauer der Welt. Iranische Bauern reservieren offenbar ihre Ernte für den Export – wegen des dramatisch gestiegenen Dollars gegenüber dem iranischen Rial – und treiben damit die Preise im Iran in die Höhe.

Weiterführende Links:

Pistazienboykott-Kampagne auf Facebook (farsi)
https://www.facebook.com/92biajil

Verbrauchermagazin Payesh (farsi)
http://www.payeshtv1.ir/