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"Schlag für die französische Republik"

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"Schlag für die französische Republik"

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Die französische Regierung kämpft mit den Folgen der Schwarzgeld-Affäre des zurückgetretenen französischen Budgetministers Jérôme Cahuzac.
Präsident François Hollande will korrupte Politiker künftig von Ämtern ausschließen.

Hollande über Cahuzac:“Er hat die höchsten Autoritäten des Landes getäuscht:das Staatsoberhaupt, die Regierung, das Parlament und somit alle Franzosen. Dies ist eine unverzeihliche Beleidigung der Republik! Die Täuschung an sich war schon unerträglich. “

Der vor zwei Wochen zurückgetretene Budgetminister Cahuzac hatte am Dienstag nach monatelangem Leugnen den Besitz eines Auslandskontos mit 600 000 Euro eingeräumt. Gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Verbitterung herrscht unterdessen unter französischen Journalisten: erst jetzt, rund vier Monate nachdem eine Internet-Redaktion den Skandal aufdeckte und mit Details an die Öffentlichkeit trat, reagierte die Politik.

Edwy Plenel, Direktor beim Recherche-Magazin “Mediapart”: “Das ist für die Republik einfach ein enormer Schlag! Es zeigt, dass es in Frankreich Mängel in der Demokratie gibt. In einer lebendigen Demokratie sollte sowas nicht nur aufgedeckt werden, sondern dank der Justiz auch gleich Untersuchungen und eventuell Sanktionen nach sich ziehen.” Wenn schon Politik und Justiz nicht reagierten, so beweißt der Fall doch wenigstens das Funktionieren der vierten Gewalt im Staat:

Gianni Magi, euronews:“Althergebrachter investigativer Journalismus hat Frankreich ein veritables politisches Erdbeben beschert. Nicht nur für die Regierung sind die Konsequenzen unabsehbar,- sondern für die gesamte französische politische Klasse.”