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Timoschenko-Mitstreiter bleibt in Haft

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Timoschenko-Mitstreiter bleibt in Haft

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Juri Luzenko bleibt im Gefängnis. Der ehemalige ukrainische Innenminister scheiterte mit einer Berufungsklage gegen seine vierjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs und Veruntreung vor dem höchsten Gericht des Landes. Der 48-Jährige ist ein politischer Mitstreiter der ebenfalls inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

“Die Argumente der Verteidigung, nach denen es an Beweisen fehlt und dass Luzenko nicht für die Taten von Untergebenen verantwortlich ist, widersprechen dem Gesetz, das verdeutlicht, dass der Minister für die Politik und seine Anweisungen haftbar zu machen ist”, sagte Staatsanwalt Mykola Kurapow.

Luzenko bleibt im Gefängnis, das Gericht reduzierte allerdings die zuvor auferlegte Geldstrafe um umgerechnet 3000 Euro.

“Von dieser Regierung erwarte ich nichts, auch nicht von Präsident Viktor Janukowitsch”, so Luzenko Gattin Irina. “Aber andererseits besteht die Möglichkeit, dass mein Mann begnadigt wird, selbst wenn Janukowitsch das nur tun wird, um ihn öffentlich zu demütigen. Aber die Familie Luzenko wird ihn um nichts bitten.”

Janukowitsch hatte im März eine Begnadigung Luzenkos in Erwägung gezogen, sollte dieser nicht freigesprochen werden. Beobachter hatten das als Schachzug gewertet, um die Beziehungen zur Europäischen Union zu verbessern.

“Luzenko bleibt hinter Gittern, aber seine Anwälte schließen ein Gnadengesuch oder einen Gang vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte nicht aus”, sagt Euronews-Reporterin Evgeniya Rudenko in Kiew.