Eilmeldung

Eilmeldung

Eigene Kriminalitätskategorie für Gewalt gegen Subkulturen

Sie lesen gerade:

Eigene Kriminalitätskategorie für Gewalt gegen Subkulturen

Schriftgrösse Aa Aa

Die Polizei von Manchester wird künftig die so genannte Hasskriminalität gegenüber Subkulturen wie Emos oder Goths in einer gesonderten Kategorie behandeln. Dieser Vorgang gilt als Reaktion auf den Fall Sophie Lancaster. Der Teenager wurde 2007 von anders gesinnten Jugendlichen zu Tode geprügelt.

“Jahrelang mussten wir Intoleranz und Vorurteile ertragen”, so eine Freundin des Opfers. “Diese Initiative in Manchester und die Einordnung in eine eigene Kriminalitätskategorie wird sehr hilfreich sein. Wir hoffen, dass das bald nicht nur in Manchester, sondern in ganz England so sein wird.”

Gewalt gegenüber alternativen Subkulturen wird in Manchester somit wie etwa Delikte aus religiösen oder sexuellen Beweggründen fortan in einer eigenen Spalte der Kriminalitätsstatistik auftauchen.

“Die Opfer von Hasskriminalität sollen aus dem Verborgenen hervorkommen und uns davon berichten, damit wir entsprechende Ermittlungen in die Wege leiten können”. sagt Garry Shewan von der Greater Manchester Police.

Die Polizei verspricht sich von diesem Schritt eine bessere Unterstützung für Jugendliche betreffender Gruppen, denn die Dunkelziffer dürfte bei Hassdelikten deutlich größer sein als die Anzahl letztlich angezeigter Straftaten.

“Wir werden mit Waffen bedroht, beleidigt und verfolgt”, sagt ein Jugendlicher.
“Mir wurde bisher nichts angetan”, sagt ein Mädchen, “aber man bekommt blöde Kommentare an den Kopf geworfen. Einige meiner Freunde wurden angegriffen und verprügelt.”

Gefordert und angeschoben wurde die gesonderte Kategorisierung von Hasskriminalität gegenüber Emos, Goths und anderen Gruppen auch auf Inititative der Sophie Lancester-Stiftung, die nach dem Tod des Teenagers gegründet wurde.