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Finanzkonzern HBOS "war wie ein Unfall, der darauf wartet, zu passieren"

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Finanzkonzern HBOS "war wie ein Unfall, der darauf wartet, zu passieren"

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Die schottische HBOS Gruppe, 2001 durch die Fusion des Konzerns Halifax plc (frühere Halifax Building Society) mit der Bank of Scotland entstanden, wäre auch ohne die Finanzkrise von 2008 ins Schleudern gekommen, wegen Missmanagements – das ist das Fazit einer Parlamentskommission. Das Verhalten der drei verantwortlichen Topmanager Dennis Stevenson, James Crosby und Andy Hornby sei ein “kolossaler Fehlschlag” gewesen, so das Gremium für Bankenstandards.

Die ganze Firma sei gewesen “wie ein Unfall, der darauf wartet, zu passieren.”

So finanzierte HBOS Immobilienkredite kurzfristig auf dem Interbankenmarkt – tödlich, wenn der Geldmarkt austrocknet.

Andrew Tyrie, Vorsitzender der Parlamentarischen Kommission für Bankenstandards:

“Das war eine direkte Folge von sehr schlechtem Qualitätsmanagement, und das begann ganz oben. Die Entscheidungen im Vorstand navigierten die Bank in Richtung von Felsenriffs, und genau da landete sie dann auch.”

Der Finanzkonzern – nach der Fusion die größte Hypothekenbank Großbritanniens – hatte rund 55 Milliarden Euro mit Schrottkrediten verloren und war von der britischen Großbank Lloyds im September 2008 unter Druck der Regierung übernommen worden. Lloyds kam dadurch selbst ins Schlingern und konnte nur mit einer staatlichen Finanzspritze im Volumen von 23 Milliarden Euro überleben.

Die Parlamentarier-Kommission sprach sich dafür aus, die verantwortlichen Manager auf Lebenszeit vom Finanzsektor zu fernzuhalten.

Bisher war lediglich der damals für das Firmenkundengeschäft zuständige Manager Peter Cummings bestraft worden. Er wurde von der Finanzaufsicht zu einer Strafe von gut einer halben Million Euro verurteilt und ist auf Lebenszeit aus der Finanzbranche verbannt.

Mit Reuters