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Mann in Saudi-Arabien soll querschnittsgelähmt werden

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Mann in Saudi-Arabien soll querschnittsgelähmt werden

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Saudi-Arabien hat einen Mann zu einer Lähmung verurteilt, für ein Verbrechen, das er als 14-jähriger begangen hat. Ali al-Khawahir, heute 24, hat bereits 10 Jahre im Gefängnis verbüßt, nachdem ihn ein saudisches Gericht für schuldig befand, einen Freund aus Kindertagen, der bis heute von der Hüfte abwärts gelähmt ist, mit einem Messer abgestochen zu haben.

Khawahir wurde zur “Qisas” verurteilt – einer Strafe, bei der das Opfer vom Täter verlangen kann, die gleichen Leiden zu erleben, die ihm selbst vom Täter zugefügt wurden. Das Urteil erfolgt auf Basis der in Saudi-Arabien geltenden Scharia, die den “Auge-um-Auge-Ansatz” als Strafe für viele Verbrechen kennt.

Allerdings erlaubt das System es Straftätern auch, sich von der Strafe freizukaufen, sofern er den finanziell Schaden kompensieren kann. Im vorliegenden Fall war die Summe dafür auf eine Millionen Riyal festgelegt worden (rund 200.000 Euro). Die Familie des Täters konnte den Betrag jedoch bis heute nicht aufbringen.

International wurde der Schuldspruch scharf verurteilt. Ein Sprecher des britischen “Foreign and Commonwealth Office (FCO)” sagte:
“Wir haben die saudischen Behörden aufgefordert, sicherzustellen, dass diese groteske Strafe nicht durchgeführt wird. Solche Praktiken sind nach internationalem Recht verboten und sollten keinen Platz in einer Gesellschaft haben. “

Amnesty International meinte:“Jemanden zur Strafe querschnittzulähmen wäre Folter. Die Vollziehung einer solchen Strafe wäre schockierend, auch in einem Land wie Saudi-Arabien, in dem Auspeitschungen zum normalen Strafmaß gehören.

Auspeitschung kann in Saudi-Arabien je nach Ermessen des Richters als Bestrafung verhängt werden. Bei Dieben kommt es durchaus auch zu Amputationen, wie Hand- oder Fußabhacken. In ähnlich gelagerten Fällen kam es in der Rechtssprechung des Landes bereits zu Augen-ausstechen, Zahnziehen, etc. Laut Amnesty International wurden in Saudi-Arabien im Jahr 2013 bereits mindestens 17 Menschen hingerichtet. Im Jahr 2011 waren es mindestens 82 Menschen.

Auf der Website von AI wird berichtet, dass die Todesstrafe in Saudi-Arabien für eine breite Palette von Straftaten verhängt wird, so bei Drogendelikten, Zauberei und Hexerei.

Sollte die Lähmung durchgeführt werden, stünde sie im Widerspruch zur UN-Konvention gegen Folter, die von Saudi-Arabien unterzeichnet wurde.