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"Offshore Leaks": Hollande-Vertrauter investierte in Steueroase

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"Offshore Leaks": Hollande-Vertrauter investierte in Steueroase

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Frankreichs Präsident Francois Hollande bleibt auch nach der Schwarzgeldaffäre seines Ex-Budgetministers unter Druck: Nun geht es um seinen früheren Wahlkampfmanager Jean-Jacques Augier. Dieser soll Firmenanteile im Steuerparadies Cayman-Islands besitzen.

Hollande hatte davon nach eigenen Worten keine Kenntnis. Bei einem Besuch in Marokko sagte er: “Ich weiß nichts von diesen Aktivitäten. Sollten sie nicht im Einklang mit dem Steuerrecht stehen, werde ich die Verwaltung bitten, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.”

Augier gilt als Vertrauter Hollandes, beide kennen sich bereits seit der Studienzeit. Im vergangenen Jahr hatte Hollande dann den Unternehmer in sein Wahlkampfteam berufen. Augier sagte: “Ich betone, dass ich nichts Illegales getan habe. Ich habe keine persönlichen Beteiligungen auf den Cayman-Inseln, noch ziehe ich steuerliche Vorteile aus den Firmenanteilen.

Augiers Aktivitäten wurden durch das Projekt “Offshore-Leaks” publik gemacht. Das Projekt beruht auf rund 2,5 Millionen Dokumenten, welche die Geschäfte der Finanzdienstleister in Offshore-Zentren offenlegen.

Diese wurden dem “Internationalen Konsortium investigativer Journalisten” zugespielt. Redaktionschef Michael Hudson sagte: “Wenn man einen Mangel an Transparenz hat, wenn man diese komplizierten Systeme hat. Dann können Leute, die nichts Gutes im Schilde führen, ihren üblen Machenschaften nachgehen, denn sie können sich auf eine eiserne Verschwiegenheit verlassen.”

Das Geld, das den Staaten durch Steuerhinterziehung weltweit entgeht, ist in seiner Summe gigantisch: Einer Studie zufolge verstecken Superreiche weltweit mindestens 17 Billionen Euro in Steueroasen.