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150. Jubiläum der Schlacht von Gettysburg


Kultur

150. Jubiläum der Schlacht von Gettysburg

2013 jährt sich die Schlacht von Gettysburg zum 150.Mal. Anlass für viele Amerikaner, sich auf die Geschichte und die Grundwerte der Nation zurückzubesinnen. Zentraler Veranstaltungsort für das Jubiläumsjahr ist die Kleinstadt Gettysburg im US-Staat Pennsylvania. Ausstellungen, Führungen und historische Nachstellungen erinnern an die Bürgerkriegsschlacht und die berühmte Rede Abraham Lincolns. Die Organisatoren rechnen insgesamt mit über vier Millionen Besuchern. euronews-Korrespondent Stefan Grobe hat sich vor Ort umgeschaut. Und traf einen der vielen Menschen, die sich für das Nachspielen der historischen Schlacht begeistern, William C. Coe. Für den Nachfahren eines Gettysburgveteranen ist es eine Art lebendiger Geschichtsunterricht. “Ich möchte, dass die Geschichte lebendig bleibt, in den Schulen wird sie nicht mehr gelehrt, ich ehre die Kämpfer auf beiden Seiten.”

Die dreitätige Schlacht von Gettysburg (vom 1. bis zum 3. Juli 1863) mit über 50 Tausend verwundeten und gefallenen Soldaten war eine der blutigsten auf dem amerikanischen Kontinent überhaupt und gilt als einer der Wendepunkte im Amerikanischen Bürgerkrieg. Wären die Konföderationstruppen unter General Robert E. Lee siegreich hervorgegangen, hätte Präsident Lincoln wahrscheinlich um Frieden ersucht, wäre es zur Aufspaltung in zwei unabhängige Staaten gekommen.

Von zentraler Bedeutung ist Präsident Lincolns Rede auf dem Soldatenfriedhof von Gettysburg im November 1863. In nur zwei Minuten und gut 270 Worten fasste er das amerikanische Demokratieverständnis zusammen: die Wiedergeburt der Freiheit, das Ende Sklaverei, die Regierung des Volkes durch das Volk und für das Volk.

Was können die Amerikaner heute aus der Schlacht und der Rede von Gettysburg lernen? “Hunderte von Dingen”, meint Ranger und Historiker Gwinn Park. “Man lernt, um welchen Preis man Demokratie erreicht, was geschieht, wenn nicht dazu in der Lage ist, Kompromisse einzugehen.”

Steven Spielbergs preisgekröntes Historiendrama “Lincoln” veranschaulicht, wie es dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten gelang, das Land durch die größte politische, moralische und militärische Krise seines Bestehens zu führen, die Einheit zu erhalten, die Regierung zu stärken und die Sklaverei zu beenden.

Lincolns Ermordung am 15. April 1865 machte ihn zu einem Mythos und Nationalhelden, der bis heute verehrt wird.

Lincolns Rede, die “Gettysburg Address” ist eines der bedeutendsten Dokumente der amerikanischen Geschichte. In der Kongressbibliothek in Washington, DC ist das Originalmanuskript nach Konservierungsmaßnahmen zum ersten Mal seit 2009 wieder öffentlich zu sehen.

Überaus inspirierend sei Lincoln, findet de Bürgerkriegsforscherin Michelle Krowl. “All das, was er unternehmen musste, um die Nation während des Bürgerkriegs zusammenzuhalten, im Norden so viele Menschen wie möglich von der Abschaffung der Sklaverei zu überzeugen.”

Von einer neuen Nation, in Freiheit gezeugt und dem Grundsatz geweiht, dass alle Menschen gleich geschaffen seien, sprach Lincoln in seiner Gettysburg Rede und machte die Befreiung der Sklaven zu einem nationalen Ziel.

Während Amerika versucht, seinen Krieg in Afghanistan zu beenden, ist der Bürgerkrieg in den Köpfen immer noch präsent. Der Sieg der Unionstruppen in Gettysburg ebnete den Weg für die Wiedergeburt einer Nation, die bis heute viele Wunden zu heilen hat.

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