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Margaret Thatcher: Tod einer Politlegende

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Margaret Thatcher: Tod einer Politlegende

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Margaret Hilda Thatcher, geborene Roberts, auf dem Weg zur wichtigsten Adresse
ihres Lebens, der Downing Street Number 10. Erstmals in der Geschichte Großbritannien zieht eine Frau in die Residenz des Premierministers ein, das ist 1979.
Da hat die ehrgeizige Tochter aus kleinen Verhältnissen, von Beruf Anwältin für Steuerrecht, eine 20jährige Tour durch alle Gremien der konservativen Partei hinter sich.

Seit 1959 sitzt sie im Unterhaus. Für ihre harte neo-liberale Politk, die als “Thatcherismus” in die Geschichte eingeht, bekommt sie schnell den Beinamen “Eiserne Lady.”

Im Konflikt mit Argentinien um die Falkland-Inseln setzt sie auf militärische Gewalt. Die “eiserne Lady“gewinnt einen Krieg – und damit viel Rückhalt bei den heimischen Wählern. Margaret Thatcher steht für eine “Politik der Stärke”, auch in der Auseinandersetzung der Systeme im “Kalten Krieg”.

Damit ist sie die engste Verbündete des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan.
Gleichzeitig beweist sie einen wachen Blick für sich anbahnende Veränderungen. Als erster westlicher Regierungschef empfängt sie 1984 den noch weithin unbekannten Michael Gorbatschow. Ihr Satz: “ I like Mister Gorbatchev, we can do business together”, öffnet dem neuen Mann aus Moskau im Westen viele Türen.

Mit ihren westeuropäischen Partnern hat die “Eiserne Lady” so ihre Probleme. Mit den Worten “I want my money back” erstreitet sie für Großbritannien sehr günstige Konditionen innerhalb der damals noch “Europäischen Gemeinschaft”.
Nach dem Mauerfall tritt sie gegen eine rasche Wiedervereinigung Deutschlands ein.

Eine partei-interne Revolte beendet im November 1990 die Ära Thatcher. 1992 verzichtet sie darauf, zur Wiederwahl für das Unterhaus anzutreten.
Wie bei ehemaligen Premierministern üblich wird sie in den Adelsstand erhoben. Danach wird es still um die am Ende ihres Lebens eher zerbrechlich wirkende “Baroness of Kesteven”

Sie wird in den Hosenbandorden aufgenommen, schreibt Memoiren und folgt immer öfter den Särgen ihrer alten Freunde…

Geschwächt durch mehrere Schlaganfälle, die Gedächtnisstörungen zur Folge haben, reist sie 2004 ein letztes Mal in die USA, um Ronald Reagan die letzte Ehre zu erweisen.

Schon im Ruhestand hatte sie noch einmal weltweites Aufsehen erregt, als sie sich 1998 demonstrativ auf die Seite von Chiles Ex-Diktator Pinochet schlug, dem ein Prozess drohte. Dies wird ihr letzter politischer Auftritt – im September 2007 besucht sie noch einmal ihren wichtigsten Arbeitsplatz – den inzwischen Gordon Brown innehat. Ehemann Denis, mit dem sie seit 1951 verheiratet war, war schon 2003 verstorben.

In Erinnerung bleibt Margaret Thatcher als die große alte Dame der britischen Politik, die für sich in Anspruch nehmen kann, nicht nur die eigene Partei sondern auch noch den politischen Gegner verändert zu haben.

Thatcher starb am Montagmorgen an den Folgen eines Schlaganfalls, wie ihr Sprecher Lord Timothy Bell unter Berufung auf die Familie Thatcher bekanntgab. Nach Angaben ihrer Tochter war litt sie seit Jahren an Demenz. Sie hatte sich nur noch selten in der Öffentlichkeit gezeigt.