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Nach Übergriffen auf Christen ruft Mursi zur Besonnenheit auf

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Nach Übergriffen auf Christen ruft Mursi zur Besonnenheit auf

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Der ägyptische Staatspräsident Mohammed Mursi hat nach Übergriffen auf Christen die Bevölkerung aufgefordert “die Sicherheit und den Zusammenhalt der Nation” nicht zu gefährden. Mursi verurteilte darüberhinaus in einem Telefongespräch mit dem Papst der koptischen Kirche, Tawadros II., die Angriffe auf die Markuskathedrale in Kairo. Er werte diese Angriffe wie einen Angriff auf ihn persönlich, meldete das staatliche Fernsehen.

Am Sonntagnachmittag war es am Rande einer Trauerfeier in der Kathedrale zu Zusammenstößen zwischen Muslimen und Christen gekommen. Teilnehmer der Feier hatten im Anschluss regierungsfeindliche Parolen gerufen und Polizisten mit Steinen beworfen. Sie selbst wurden von Anwohnern mit Schusswaffen, Brandsätzen und Steinen attackiert. Dabei wurde eine Person mit christlichem Namen getötet und mehr als 80 Personen verletzt. Die Polizei setzte Tränengas ein, die Krawalle dauerten jedoch bis in die späten Abendstunden an.

Auch nahe der koptischen Kirche im Norden von Kairo, wo am Freitag vier Christen und ein Moslem bei Zusammenstößen getötet worden waren, kam es zu Ausschreitungen. Dabei wurden zwölf Menschen verletzt und ein Kaffeehaus niedergebrannt. Etwa 10 Prozent der Ägypter sind Kopten.