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Wahlpatt: Montenegro blickt nach Brüssel

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Wahlpatt: Montenegro blickt nach Brüssel

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Auch einen Tag nach der Präsidentenwahl in Montenegro zeichnet sich kein Ausweg aus der Krise ab. Zwei Politiker beanspruchen den Sieg für sich: Der seit zehn Jahren amtierende Staatspräsident Filip Vujanovic und der pensionierte Diplomat Miodrag Lekic. Beide kommen eigenen Angaben zufolge auf mehr als 50 Prozent der Stimmen.

Die OSZE appellierte an beide Seiten, das Ergebnis der Wahlkommission anzunehmen. Mit einer Veröffentlichung wird in Kürze gerechnet. Viele Menschen erhoffen sich nun ein Machtwort aus Brüssel – Montenegro ist Beitrittskandidat der Europäischen Union.

“Wer gewinnt, ist mir gleich,” meint die Passantin Milica Vujacic in Podgorica. “Das einzige, worauf wir bestehen, sind mehr Arbeitsplätze. Ich habe meinen Job verloren, habe nichts zu essen. Mir bleiben keine 50 Cent, um mir ein Brot zu kaufen.”

Petar Djurovic fordert: “Die zuständigen Behörden in Montenegro sind nun dran. Nur wenn die Europäische Union Druck ausübt, werden die Menschen hier auf legale Weise zu einem Präsidenten kommen.”

Nach der Wahl berichtete der Verband der Bürgerinitiativen von zahlreichen Unregelmäßigkeiten. Sollte sich die Lage nicht schnell klären, rechnen die Behörden in Montenegro mit Protesten auf den Straßen.