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Aserbaidschan: Ölstaat setzt auf Tourismusindustrie

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Aserbaidschan: Ölstaat setzt auf Tourismusindustrie

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Vertreter aus 35 Ländern und von mehr als 250 Organisationen sind zur 12. Reise- und Tourismusmesse in Aserbaidschan gekommen. Europa bleibt Reiseziel Nr.1 in der Welt, aber das Wachstum ist um die Hälfte zurückgegangen. Auch Frankreich ist davon betroffen. “Die geo-politischen Probleme haben Einfluss auf die Zahl der Touristen, die nach Frankreich kommen”, so Azbileg T. Incerto von Galleries Lafayette. “Nehmen sie den Tsunami in Japan oder die Krise in den USA nach 2011. All das kann Auswirkungen haben auf die Touristenzahlen.”

Der euronews-Reporter berichtet: “Frankreich ist nur eines von mehreren Ländern in Europa, das besonders hart getroffen wurde und das gleich von mehreren Faktoren. Aber denken Sie an Ägypten, an Ferien im Schatten der Pyramiden. Tourismus ist entscheidend für die Wirtschaft des Landes. Doch in den letzten zwei Jahren schrumpfte das Wachstum um ein Viertel. Das ist ein großes Stück vom täglichen Brot, ein großer Teil des Einkommens.”

Die Berichte von den Krawallen in Kairo gingen um die Welt und bei den potenziellen Besuchern kamen Zweifel auf. Schließlich blieben sie weg. Das gilt auch für die anderen arabischen Länder. “Veränderung der Wahrnehmung” lautet die Antwort der Marketing-Strategen. Schließlich sind die Pyramiden und die Urlaubsorte am Roten Meer weit weg vom unruhigen Kairo. Nahid Hanna von der ägyptischen Botschaft in Moskau erklärt: “Wir haben ein riesiges Land und die Distanz zwischen Sharm oder Hurgada und Kairo beträgt mehr als 500 Kilometer. Menschen, die das Land nicht kennen, denken vielleicht, es gebe in ganz Ägypten Demonstrationen.”

Also, wie viel des Markts in Aserbaidschan lässt sich erobern? Es herrscht ein starker Wettbewerb. Ist der Markt überhaupt nachhaltig und welche Probleme gibt es? Und vor allem: Kriegt jeder Aussteller ein Stück vom Kuchen ab? Ein griechisches Unternehmen hat einmal geprüft, wie die neuen Märkte seinen Handel beeinflusst haben. Seit zwei Jahren gibt es Beziehungen nach Russland, die Geschäfte nahmen in der Zeit um 30 Prozent zu. Das Unternehmen wird nächsten Monat zwei Direktflüge zwischen Athen und Baku einführen. Ein Hindernis bleibt aber: Die Aserbaidschaner benötigen ein Visum.

“Wir gehören zum Schengenraum”, so der griechische Chef der griechisch-aserbaidschanischen Handelskammer, George Papadopoulos. “Das Abkommen haben alle europäischen Länder unterzeichnet. Es ist für alle das Gleiche. Wir werden es für die Aserbaidschaner, die nach Griechenland reisen wollen, leichter machen, ihr Visa zu bekommen.”

2,5 Millionen Touristen reisten im letzten Jahr nach Aserbaidschan – 3,2 Prozent der Einheimischen verbrachten ihren Urlaub im Ausland. Die Politik unterstützt den Tourismus in dem Ölstaat, es gibt Programme um den Wachstumssektor zu fördern.
“Management Fähigkeiten sind in den Unternehmen besonders gefragt”, so der aserbaidschanische Minister für Kultur und Tourismus, Abulfaz Garayev. “Deshalb bieten wir eine bessere Ausbildung an. Wir haben spezielle internationale Programme für die Ausbildung im Tourismus und betrachten das als sehr wichtig.”

Die Beziehungen, die bei dieser Messe geknüpft wurden, können dabei helfen, eine nachhaltige Tourismusindustrie aufzubauen. Zum Vorteil Aserbaidschans und anderer Länder.