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"Die Hauptsache an Thatcher war: Sie modernisierte"

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"Die Hauptsache an Thatcher war: Sie modernisierte"

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Margaret Thatcher gab sogar einem “ismus” ihren Namen: Thatcherism – Thatcherismus.

Das sollte ein Schimpfwort der Linken sein – aber die Thatcheristen besetzten ihn einfach positiv.

Thatcherismus steht für Markt, Markt, Markt mit so wenig staatlicher Einmischung wie irgend möglich.
Ein schlanker Staat, soll heißen ein Wohlfahrtsstaat, reduziert auf ein reines Sicherheitsnetz. Eine autonome Zivilgesellschaft mit traditionellem Nationalismus und/oder Patriotismus.

Kenneth Clark (Tory), ehemaliger Minister:

“Ihr Hauptanliegen war: Mehr Marktwirtschaft. Das Erbe der “Altindustrien” loszuwerden – anstatt an ihnen weiterzubasteln, all diese altmodische, schwer defizitäre Industrie und diese absurd restriktiven Praktiken in den staatlichen Unternehmen. Sie nahm sich die Berufe vor, den Finanzsektor in der City. Sie glaubte an die Verantwortung der Menschen. Im Rückblick meine ich, die Hauptsache war: Sie modernisierte.”

Und das funktioniert bis heute so: Nicht mehr Eigentümer-Unternehmer oder Manager haben vor allem das Sagen, sondern die Aktienmärkte. Und Großaktionäre verlangen vor allem kurzfristige Rendite, erkauft auch mit Risiko. Für Visionen bezahlt keiner mehr so richtig.

Ken Livingstone, Ex-Labour-Abgeordneter und Ex-Bürgermeister von London:

“Die Krise in der wir heute leben, ist das Erbe des Thatcherismus, ebenso wie die Krise in Amerika das Vermächtnis von Reagan ist. Wir brauchen eine gerechtere Gesellschaft, brauchen wir eine investitionsintensive, hoch qualifizierte Wirtschaft – ohne sie führt kein Weg, aus dieser Krise.”

Thatcherismus hieß eben auch: Autoritäre Sitten und ökonomisches Einzelkämpfertum. Geringe ökologische Rücksichten. Der Arbeitsmarkt reguliert sich selbst wie jeder andere Markt, soziale Ungleichheit wird hingenommen.

Mit Reuters