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"Sakrileg": Hopi-Masken dürfen versteigert werden

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"Sakrileg": Hopi-Masken dürfen versteigert werden

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Am Ende half aller Protest nichts: Ein Gericht in Paris hat den Antrag der Hopi-Indianer zurückgewiesen, die verlangt hatten, die Versteigerung von 70 Masken bei einer Auktion zu untersagen. Der Grund: Die Masken sind den Hopi heilig. Für das Gericht kein ausreichendes Argument.

Pierre Servan-Schreiber, der Anwalt der Indianer erklärte: “Das Gericht hat entschieden, den Verkauf zuzulassen, denn so heilig diese Masken für die Hopi auch sein mögen, sie seien keine Teile menschlicher Körper, lebend oder tot. Das Gericht entschied, dass aber nur diese vor einem Verkauf geschützt seien. Damit bin ich nicht einverstanden.”

Die Hopi hatten gesagt, bei den Masken handele es sich um Heiligtümer und kulturelles Erbe ihres Volkes. Der Pariser Auktionator zieht zumindest die Heiligkeit in Frage.

Gilles Neret-Minet: “Diese Objekte sind seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich heilig. Die Hopi haben ihre Masken früher selbst verkauft. Und diese Masken wurden schon aus der Sammlung von Andy Warhol in New York verkauft, und damals wurde nicht so ein Aufhebens gemacht.”

Die rund 18.000 Hopi leben im US-Bundesstaat Arizona. Die Masken stellen Geister dar. Sie werden bei religiösen Zeremonien und Tänzen getragen. Mehrere Unterstützer der Hopi, etwa der Schauspieler Robert Redford, bezeichneten die Versteigerung als Sakrileg.