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Urteil: Ausländische Medien müssen Platz beim NSU-Prozess erhalten

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Urteil: Ausländische Medien müssen Platz beim NSU-Prozess erhalten

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Das Oberlandesgericht München muss beim sogenannten NSU-Prozess eine angemessene Anzahl von Sitzplätzen für ausländische Pressevertreter bereithalten. Das hat das Bundesverfassungsgericht beschlossen. Zunächst waren die Plätze nach Reihenfolge der Anmeldung vergeben worden, unter anderem türkische Medien gingen dabei leer aus.

Die meisten NSU-Opfer waren Türken, daher war die Forderung auf Prozessteilnahme besonders bei der türkischen Presse hoch. Die Karlsruher Richter gaben mit ihrem Urteil denn auch einem Antrag der türkischen Tageszeitung “Sabah” statt.

Deren Vizechefredakteur sagte: “Aus unserer Sicht müssen türkische Medien bei einem Prozess von solcher historischer Bedeutung dabeisein. Wir freuen uns, dass unseretwegen auch andere türkische Medien darüber berichten können.”

Wie das Münchner Gericht nun mit der Platzvergabe umgehen wird, ist noch unklar. Der Prozessbeginn ist für kommenden Mittwoch geplant. Im Zentrum der Verhandlung steht Beate Zschäpe, die zusammen mit anderen Angehörigen des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) acht Türken, einen Griechen und eine Polizistin umgebracht haben soll.