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Kroatien entscheidet über seine Europaabgeordneten

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Kroatien entscheidet über seine Europaabgeordneten

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Kroatien tritt am ersten Juli der EU bei, bereits an diesem Sonntag aber wählen seine 4,4 Millionen Bürger die zwölf Abgeordneten fürs Europaparlament. Die Begeisterung für Europa hat nicht zuletzt wegen der Eurokrise nachgelassen. “Dass hier in Dubrovnik für die Wahlen kaum geworben wird und dass auch die Zeitungen darüber kaum berichten, zeigt ein gewisses Desinteresse am Thema”, so unsere Korrespondentin Isabel Marques da Silva. “Die Bürger denken vielmehr an ein für das Monatsende geplantes Referendum über den Bau einer Golfanlage.” Große Teile der historischen Altstadt mussten nach den Zerstörungen während des Unabhängigkeitskrieges 1991 wieder aufgebaut werden, doch der Tourismus boomt und man bereitet sich darauf vor, in einigen Jahren der Eurozone beizutreten.
“Wenn man über Produkte hoher Qualität verfügt, hat man nichts zu befürchten”, meint eine Frau, die handwerkliche Erzeugnisse anbietet. “Ich habe keine Angst davor, die Landeswährung Kuna gegen den Euro einzutauschen.” Umfragen zufolge sind 40 Prozent der Wähler unentschieden, für welche Partei sie am Sonntag stimmen sollen. Die Wahlbeteiligung wird voraussichtlich schwach sein. “Demokratie ist auch eine Pflicht”, mahnt der französische Europaabgeordnete Joseph Daul. “Gehen wir nicht zur Wahl, überlassen wir Populisten und Extremisten das Feld. Ich rate den Bürgern Kroatiens, wählen zu gehen.” Der EU-Beitritt hat jedenfalls positive finanzielle Folgen für das Land: Kroatien werden in der zweiten Jahreshälfte 420 Millionen Euro an Hilfsgeldern zur Verfügung stehen.