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Russland reagiert mit eigener "Magnitski"-Liste gegen Amerikaner

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Russland reagiert mit eigener "Magnitski"-Liste gegen Amerikaner

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Im Streit um den Fall Magnitski reagiert Russland prompt: Es hat eine Liste mit achtzehn US-Amerikanern zusammengestellt, denen künftig zum Beispiel eine Einreise verwehrt würde. Zuvor
hatten die USA eine solche Liste mit russischen Bürgern erstellt.

Von einem Krieg der Listen ist jetzt die Rede, den man aber nicht gewollt habe, sagt Alexander Lukaschewitsch, ein Sprecher des russischen Außenministeriums. Er spricht aber von amerikanischer Erpressung, auf die man reagieren müsse. Die USA müssten begreifen, dass es keine Beziehungen zu Russland geben könne, wenn ein Geist der Belehrung und des Diktats herrsche.

Nach amerikanischen Angaben sind die russischen Bürger auf der Liste in den ungeklärten Tod von Sergej Magnitski verwickelt. Magnitski war ein Anwalt, der in Russland Missstände aufdeckte.
Er wurde dann aber wegen Steuervorwürfen selbst festgenommen und starb 2009 in der Haft – nach offiziellen Angaben an Herzstillstand, möglicherweise aber auch durch Misshandlungen. Noch nach seinem Tod wird jetzt ein Prozess gegen ihn geführt.

Die USA sehen in dem Fall schwere Menschenrechtsverstöße und haben daher Ende letzten Jahres das Magnitski-Gesetz erlassen, das Sanktionen gegen Russland vorsieht. Russland hat im Gegenzug zum Beispiel verboten, dass russische Kinder in den USA adoptiert werden können.

Auf der russischen Namensliste stehen jetzt US-Bürger, die auf irgendeine Art und Weise an Folter oder unrechtmäßigem Vorgehen gegen russische Bürger im Ausland beteiligt gewesen sein sollen. Dazu zählen zum Beispiel ehemalige Kommandanten des Gefangenenlagers Guantánamo oder amerikanische Vertreter in hochrangigen Prozessen gegen Russen wie den Waffenhändler Wiktor But.