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Kroaten wählen lustlos ihre Europa-Abgeordneten

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Kroaten wählen lustlos ihre Europa-Abgeordneten

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Kroatiens Spitzenpolitiker sind natürlich an die Urnen gekommen – der Rest der Bürger zeigte sich eher lustlos bei der ersten Wahl zum Europa-Parlament. Auch wenn Kroatien erst im Juli Mitglied der Europäischen Union wird, durften seine Bürger schon an diesem Sonntag die zwölf Europa-Abgeordneten wählen. Der regierenden Mitte-Links-Koalition wurde die Hälfte der Mandate prognostiziert. Die frisch gewählten Abgeordneten haben allerdings zunächst nur ein Jahr Amtszeit vor sich, denn im kommenden Jahr wird das Europäische Parlament komplett neu gewählt.

Die Beteiligung lag vier Stunden nach Öffnung der Wahllokale erst bei gut fünf Prozent, deutlich unter dem Vergleichswert vom Referendum über den EU-Beitritt.

Zum einen war der Termin für das Votum erst vor wenigen Wochen angesetzt worden und es gab so gut wie keinen Wahlkampf. Zum anderen wollten etliche nicht oder ungültig wählen, um ihre Ablehnung gegen die EU-Mitgliedschaft kundzutun. Die Begeisterung der Kroaten hält sich angesichts der wirtschaftlichen Krisenstimmung in der EU inzwischen in Grenzen. Während die Regierung auf Konjunktur-Anschub dank der Hilfen aus Brüssel hofft, kommt manchen Bürgern der Beitritt zu früh. Sie fürchten, von den großen Mitgliedsstaaten untergebuttert zu werden.