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Schnell handeln, Leben retten

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Schnell handeln, Leben retten

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Die ersten Stunden nach einer Katastrophe sind die entscheidenden. Oft dauert es aber erst einmal mehrere Stunden, um überhaupt ein klares Bild vom Ausmaß der Katastrophe zu haben. Viel zu viel Zeit, die verloren geht und in der wichtige Rettungsmaßnahmen hätten eingeleitet werden sollen. Ein Forschungsprojekt der EU, ESS (Emergency Support System), beschäftigt sich damit, wie hier alles einfach schneller gehen könnte.

Projektkoordinator Gideon Hassani sagt: “Alle Informationen, die nur irgendwie zugänglich sind, werden benutzt, um denen einen Überblick zu geben, die jetzt Entscheidungen treffen müssen. Sie müssen wissen, was am Ort der Katastrophe vor sich geht, damit sie die richtige Entscheidung treffen können.

Dieses System, das in der Grenzregion zwischen Frankreich und Italien ausgetestet wurde, es wurde ein Flugzeugabsturz simuliert, kann innerhalb einer Stunde überall funktionsfähig sein. Es braucht keine Energie von außen, und ist in der Lage via GPS alle Daten in einen Katastrophenraum oder eine Notfallzentrale zu übertragen. Das System setzt da an, wo es hapert: im Katastrophenfall fehlt es an Informationen.

Oberst Claude Picard vom französischen Zivilschutz erklärt: “Oft ist es im Fall eines Unglücks so, dass der Chef, der die Einsätzekräfte koordinieren soll, aus Mangel an Informationen quasi blind fährt. Er weiß nicht genug vom Unfallsort. Er braucht also Bilder und Daten, damit er beurteilen kann, wie er in der Situation am besten agiert.”

Ausschlaggebend sind zunächst einmal die Sensoren, die um den Unglücksort herum aufgestellt werden. Sie können die Temperatur, den Luftdruck, die Windgeschwindigkeit usw. messen und auch ob etwa giftige Gase in der Luft sind.

Um Bilder zu übermitteln, werden Drohnen und Ballons mit Kameras an Bord eingesetzt. Diese Technik wird in erster Linie vom Militär verwendet, kann aber auch helfen, um Leben zu retten.

Felix Frisch, Marketing Director von Aeronautics Sys meint: “Wir können mit einem Nachtsichtgerät und einer Wärmebildkamera zum Beispiel in einen Wald fliegen. So macht das das Militär, so machen wir es aber auch. So können wir Menschen aufspüren. Dann wissen wir, wo Erste Hilfe geleistet werden muss, wo Hilfskräfte benötigt werden, damit Menschen überleben.”

Dieses Projekt soll die Kommunikation bei Katastrophen deutlich verbessern. Der Feuerwehr und anderen Hilfskräften kann es enorm nützlich sein bei ihrer Arbeit.

Leonardo Bruni von der italienischen Feuerwehr sagt: “Die Instrumente, die eingesetzt werden, müssen von Topqualität und sofort funktionsfähig sein. Ein Ballon mit Kamera zum Beispiel muss einsatzbereit sein. Wenn erst Stunden herumgebaut werden muss, bis die Instrumente laufen, ist natürlich das ganze Projekt sinnlos.”

Das System kann bei jeder Art von Katastrophe benutzt werden, bei Erdbeben, Flut, Unfällen. Vielleicht wird es in der Zukunft vom Zivilschutz EU-weit eingesetzt werden.