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Chavismus ohne Chavez

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Chavismus ohne Chavez

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“Mit Maduro hast du eine sichere Zukunft” steht auf dem Bauch einer schwangeren Frau in Caracas. Die Chavez-Anhänger sind zahlreich in Venezuela, wenn auch bei der Wahl deutlich wurde, dass sie weniger sind als zunächst gedacht. Der Sieg Maduros war knapp. Wie ein Chavismus ohne Chavez aussieht, weiß im Moment auch in Venezuela niemand so genau.

Adolfo Salgueiro, Journalist der Tageszeitung “Universal”, meint: “Chavismus ohne Chavez, Chavismus mit Maduro als Präsident, ich habe meine Zweifel, zumindest was das Ausmaß des Chavismus angeht.”

Die venezolanische Wirtschaft lahmt. Das Land muss dringend Investoren anziehen. Die Inflation liegt bei 30 Prozent.

Luisa Romero, ehemalige Botschafterin Venezuelas bei der EU, prophezeit gar den Kollaps des Chavismus: “Das Modell, das seit 14 Jahren als Politik betrieben wird, bricht jeden Moment zusammen.”

Venezuela hat zwar große Ölreserven, die Ölindustrie gilt jedoch als hoffnungslos veraltet. Die Chavez-Anhänger in der Regierung sind optimistisch. So meint Wladimir Ruiz Tirado, Mitglied der Regierungspartei: “Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren, und die Politik von Chavez weiter umsetzen. Wenn wir neue politische Strategien brauchen, werden wir neue schaffen.”

Für Nicolas Maduro besteht die Aufgabe nun darin, möglichst viel aus der noch frischen Erinnerung an das Idol vieler, Hugo Chavez, zu profitieren. Doch zwingen ihn die Probleme wie die Wirtschaft des Landes und die hohe Kriminalität etwa dazu, zu beweisen, dass er als Präsident auch ohne Chavez seinen Mann stehen kann.