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Tag der Gefangenen: Palästinenser im Hungerstreik

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Tag der Gefangenen: Palästinenser im Hungerstreik

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Im Westjordanland protestieren Demonstranten gegen die schlechten Haftbedingungen tausender in Israel gefangener Palästinenser. Anlass ist der “Tag der Gefangenen”, der jedes Jahr am 17. April begangen wird. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen zwischen den Demonstranten und den israelischen Sicherheitskräften.
Zurzeit sitzen fast 4800 Palästinenser in israelischen Gefängnissen, viele ohne das Recht auf einen Prozess.

Einer von ihnen ist Samer al-Issawi. Seit über 250 Tagen verweigert dieser die Aufnahme von Nahrung. Seine Mutter Layla al-Issawi ist in großer Sorge:“Ich hoffe natürlich, dass alle Gefangenen entlassen werden und ganz besonders mein Sohn Samer, denn er könnte jederzeit sterben. Es gibt kein Gesetz auf dieser Welt, das eine Mutter daran hindern könnte ihren Sohn zu besuchen, der schon so lange einen Hungerstreik macht und in Lebensgefahr schwebt.”

Der 31-jährige Al-Issawi wird zwangsernährt und soll mittlerweile auf unter 45 Kilo abgemagert sein.
Er protestiert mit dem Hungerstreik wie viele andere palästinensische Gefangene gegen seine Haftbedingungen und die Praxis der Administrativhaft. Diese Maßnahme erlaubt es Israel, Häftlinge unbegrenzt ohne Erhebung einer Anklage festzuhalten. Zwei seiner Mithäftlinge sind in diesem Jahr bereits an den Folgen des Hungerstreiks gestorben.