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Thatcher und die Ukraine

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Thatcher und die Ukraine

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Im Jahr 1990 besuchte Margaret Thatcher die Ukraine, die damals noch Teil der Sowjetunion war. Hier sprach sie sich für einen Übergang vom Kommunismus zur freien Marktwirtschaft in Osteuropa aus. Vor dem ukrainischen Parlament in Kiew hielt sie eine Rede.

Im Dezember 1991 brach die UdSSR zusammen, danach wurde Leonid Krawtschuk der erste Präsident der unabhängigen Ukraine. Heute sagt Krawtschuk, damals habe in der Ukraine niemand so recht verstanden, wovon Thatcher eigentlich sprach. Die Menschen hätten ganz anders gedacht. Er als Präsident habe eingesehen, dass radikale Schritte in Richtung Marktwirtschaft nicht möglich seien, dass alles langsam gehen müsse.

Einer unabhängigen Ukraine stand Thatcher kritisch gegenüber. Die Perestroika Gorbatschows hatte sie unterstützt, Gorbatschow vertraute sie, mit ihm blieb sie befreundet.

Der heutige, ukrainische Außenminister Leonid Koschara drückte seine Anerkennung für das politische Lebenswerk Thatchers aus und sprach der Familie Thatchers sein Beileid aus. Außerdem sagte Koschara: “Sie hatte eine starke Wirkung, auch über die Grenzen Großbritanniens hinaus. Wir trauern um eine große Persönlichkeit.”

Auch die in Charkow einsitzende Oppositionsführerin Julia Timoschenko äußerte sich positiv über den Einfluss Thatchers. Thatcher sei für sie eine wichtige Lehrerin gewesen, sagte Timoschenko.